27.06.2020 06:00 |

Hochsaison nach Corona

Wie der „Overtourism“ die Steiermark belastet

Nach der Schneeschmelze beginnt nun die Hochsaison für Alpinvereine. Bei Sanierungsarbeiten am Berg sind aktuell Hunderte freiwillige Helfer im Einsatz. „Overtourism“ wird nach der Corona-Pause in der Steiermark jetzt noch stärker zum Thema.

Der Weg ist bekanntlich das Ziel - und um dieses auch wohlbehalten erreichen zu können, sind gerade Hunderte freiwillige Wegewarte bei Sanierungsarbeiten im alpinen Gelände im Einsatz: „Das ist unser Beitrag, um die Sicherheit der Wanderer zu erhöhen“, erklärt Peter Kapelari, der die Abteilung Hütten und Wege im Österreichischen Alpenverein leitet. Nachsatz: „Eine Garantie auf Sicherheit gibt es im Gebirge aber nie!“

Besucherlenkung gewinnt an Bedeutung
Eine gute Markierung bewirkt aber noch etwas, nicht minder wichtiges: „Damit ist uns eine effektive Besucherlenkung möglich“, sagt Kapelari. Eine Maßnahme, die nach der Corona-Pause noch einmal an Bedeutung gewinnt: „Der Nutzerdruck auf gewisse Wege und Ausflugsziele wird immer stärker. Das Paradebeispiel in unserem Bundesland sind der Grüne See und der Dachstein, aber auch in anderen Regionen ist schon ziemlich viel los“, sagt Norbert Hafner, Vorsitzender des Alpenverein-Landesverbandes Steiermark.

Wege werden immer öfter gesperrt
Unangenehme Konsequenz: Konflikte mit Grundbesitzern und Jägern beschäftigen die Alpinvereine mittlerweile mehr als etwa die Schäden an Wegen bedingt durch Wetterextreme. „Auf gewissen Routen ist schon derart viel los, dass die Leute teils kreuz und quer gehen müssen. Dass dann einem Bauern, dessen Hof auf der Strecke liegt, irgendwann das Häferl übergeht, weil nicht mehr ein paar wenige, sondern sehr viele Menschen an ihm vorüberpilgern, kann man auch verstehen“, zeigt Hafner Verständnis für so manchen Konflikt-„Gegner“.

Bergrettung kennt Schattenseite des „Overtourism“
Während sich der Österreichische Alpenverein bereits in den 1970er-Jahren dazu verpflichtet hat, keine neuen Almen mehr zu erschließen, werden Tourismusvereine und Gemeinden nicht müde, mit immer noch mehr Angeboten immer noch mehr Gäste anzulocken. Hafner: „Im Winter wird mit Pulverschnee-Bildern abseits der Pisten und im Sommer mit Klettersteig-Bildern im einsamen Gelände geworben. Das zieht natürlich auch Leute an, die im anspruchsvollen Gelände nichts verloren haben. Und dann wundern wir uns über die vielen Unfälle, die Jahr für Jahr passieren.“ Auch den vielen Verkehr, der mit den Besuchermassen einhergeht, beobachte man kritisch.

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