24.06.2020 09:00 |

Ein Selbstversuch

In Schumis Ferrari auf großer Tempojagd

Renn-Simulatoren haben in der Corona-Krise im Motorsport einen regelrechten Boom erlebt. Die „Krone“ wagte vor den beiden Rennen der Formel 1 in Spielberg einen Selbstversuch.

Ein Formel 1-Simulator in der Steiermark? Da führt an der Gaal kein Weg vorbei. Dort treffen wir ihn: die Legende Walter Penker. Der bald 74-Jährige war selbst Rennfahrer, Teamchef und lebt seit Jahrzehnten für den Motorsport. Piloten aus 28 Nationen haben seit 2007 in seinem Simulator schon Platz genommen, unzählige Talente hat der gebürtige Kärntner bereits trainiert. Stars wie Pascal Wehrlein, Thomas Enge, Marco Wittmann, Ferdinand Habsburg oder Albert von Thurn und Taxis zählt Penker ebenso zu seinen Schützlingen.

Nach einem Rundgang durchs Käfermuseum versuchen wir uns beim Reaktionstester. Mittels Zufallsgenerator werden verschiedene Aufgaben wie ein Formel 1-Start gestellt. Dass Penker sein Motto „Wer nicht hart trainiert, verliert“ im Blut trägt, wird uns schnell klar. „40 Versuche musst du schon machen, erst dann nehme ich deine Daten ernst.“ Auch wenn es Hunderte Versuche gewesen wären, der seit 13 Jahren bestehende Rekord von Andreas Zuber wäre unerreichbar gewesen.

Im nächsten Raum steht es: das 80.000 Euro teure Prachtstück. Auf mehr als 100 Strecken kann mit dem Simulator gefahren werden, in Hunderten verschiedenen Autos Platz genommen werden. Für uns sucht Penker sein Lieblingsauto aus: den 2004er-Weltmeister-Ferrari von Michael Schumacher.

Zuvor gibt’s aber noch eine Einschulung, „aufgepeppt“ mit unzähligen Anekdoten aus dem Motorsport. Beim Simulator ist nichts unmöglich: Ganze Rennwochenenden können trainiert, jedes Set-up kann eingestellt werden wie auch die Stärken und Schwächen von virtuellen Gegnern.

Beim Einsteigen in den Simulator steigt das Kribbeln. Aus der Boxengasse auf dem Red Bull Ring geht’s los. Der Puls steigt und steigt. Die erste Bewährungsprobe wartet in der Remus-Kurve („100 Meter vorher beginn zu bremsen und schalte runter bis zum zweiten Gang“, befiehlt Penker). Etwas zu viel Info auf einmal, ein Dreher ist die Folge.

Aber mit den Tipps des Profis wird man Runde für Runde mutiger. Jedes „Jawohl, spitze“ bringt Glücksgefühle – wie auch das erste Mal Hochschalten bis in den siebenten Gang. Nach schweißtreibenden 50 Runden folgt dann die knallharte Konfrontation mit dem Analyse-Programm. „Da warst aber zu früh auf der Bremse, da musst du früher einlenken“ – Penker vergisst auf kein Detail. Aber am Ende gibt’s dann auch noch ein Lob: „Auf deiner vorletzten Runde warst du nur noch wenige Sekunden langsamer als ein DTM-Pilot.“ Vollgepackt mit Adrenalin ist klar: Das war sicher nicht die letzte Simulator-Fahrt.

Michael Jakl
Michael Jakl
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