21.06.2020 08:30 |

Mitarbeiter infiziert

Wie lange wissen Sie das schon, Herr Haslauer?

Das Coronavirus schaffte es trotz Sicherheitsvorkehrungen bis ins Amt der Salzburger Landesregierung und versetzte die Landesspitze ordentlich in Aufruhr. Das Treffen eines Rotary Clubs am vergangenen Montag wurde zur Drehscheibe - seitdem gibt es zwölf bestätigte Corona-Neuinfektionen in dem Bundesland: darunter zwei Landesbedienstete. Dass die Öffentlichkeit erst am Freitagnachmittag über die Lage beim Land informiert wurde, sorgt für Kritik.

Am Mittwoch versetzte ein Corona-Fall das Land Salzburg in Alarmbereitschaft. Der Infizierte war am Montagabend beim Treffen des Rotary Clubs Salzburg-Nord und hatte dort Kontakt mit zwei Landesbediensteten: Bei einem hochrangigen Mitarbeiter des Amts der Landesregierung und einem aus dem Regierungsbüro von Landesrätin Maria Hutter bestand Corona-Verdacht, sie begaben sich am selben Tag in häusliche Quarantäne. Obwohl sie noch keine Symptome zeigten, wurde ein Test angeordnet. Am Donnerstagabend stand fest: Ein Mitarbeiter hatten sich mit dem Coronavirus infiziert, auch beim zweiten wurde trotz fehlerhaftem Test davon ausgegangen. Hutters Büromitarbeiter musste sogar im Krankenhaus mit Infusionen behandelt werden.

Innerhalb einer Woche wurden nun zwölf Neuinfektionen gezählt und mehr als hundert Kontaktpersonen ausgeforscht. Die Öffentlichkeit wurde aber erst Freitagnachmittag über die Lage im Land Salzburg informiert. Wie lange hat der Landeshauptmann über die Virus-Fälle beim Land Bescheid gewusst? „Ich wurde am Donnerstag gegen 18 Uhr über das positive Testergebnis des Regierungsmitarbeiters informiert“, sagt Wilfried Haslauer.

Späte Informationen für Öffentlichkeit kritisiert
Warum wurden die Informationen zurückgehalten? Man habe die Neuinfektionen bereits am Donnerstag per Statistik gemeldet und am Freitag folgte eine Aussendung, noch bevor das zweite positive Testergebnis vorlag. Doch das Vorgehen sorgt für Kritik: Nicht nur im Landesdienst rumorte es, sondern auch die SPÖ warf der Landesregierung vor, der Umgang mit dem neuen Cluster sei „unprofessionell und gefährlich“. Haslauer hält fest: „Seit Ausbruch der Corona-Krise wurden größtmögliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten. Nach wie vor werden die Maßnahmen sehr ernst genommen.“

Bisher wurden keine weiteren Fälle bestätigt
Das Regierungsteam wurden am Freitag getestet. Augenzeugen zufolge soll Haslauer am Mittwoch einen der infizierten Mitarbeiter in seinem Büro empfangen haben. Laut eigenen Aussagen hatte er aber keinen Kontakt mit dem Mitarbeiter. Sein Testergebnis, das von Christian Stöckl sowie Maria Hutter und auch die übrigen bisher vorliegenden Ergebnisse waren alle negativ.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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