13.06.2020 19:03 |

In London und Paris

Mehrere Zusammenstöße bei Anti-Rassismus-Demos

Bei Anti-Rassismus-Protesten in der französischen und englischen Hauptstadt ist es am Samstag zu Zusammenstößen gekommen. In London gerieten zwei Gruppen von jeweils etwa 100 Personen aneinander und wurden von der Exekutive getrennt. In Paris hatte man sich versammelt, um „Polizeigewalt, gesellschaftliche Gewalt und ethnische Gewalt“ anzuprangern".

Auf dem Londoner Trafalgar Square im Stadtzentrum gerieten Teilnehmer von Anti-Rassismus-Protesten mit rechtsgerichteten Gegendemonstranten aneinander. Zwei Gruppen von jeweils etwa 100 Personen wurden von der Polizei getrennt.

Gewalt wird scharf verurteilt
Die einen skandierten „Black lives matter“ („Schwarze Leben zählen“), die anderen riefen rassistische Bemerkungen. Teilweise kam es zu Rempeleien. Flaschen und Dosen wurden geworfen, Feuerwerkskörper gezündet. Bereitschaftspolizei mit Hunden und Pferden marschierte auf. Nach Angaben der Behörden brachten manche Teilnehmer Waffen zu den Demonstrationen mit. Innenministerin Priti Patel kritisierte die Gewalt als völlig inakzeptabel.

"Gehen Sie nach Hause“
Wer sich an gewalttätigen Ausschreitungen und Vandalismus beteilige, müsse mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen. „Gehen Sie nach Hause, um die Ausbreitung (des Coronavirus) zu stoppen und Leben zu retten“, schrieb sie. Patel teilte auch ein Video, das zeigt, wie rechtsextreme Demonstranten Polizisten anpöbeln. Sie sprach von „absolut inakzeptabler Gewalt“. Auch in anderen englischen Städten gab es Demonstrationen.

Bilder aus London:

Demos auch in Paris
Tausende Menschen protestierten auch in der französischen Hauptstadt Paris. Zu der Kundgebung aufgerufen hatte die Schwester des 2016 bei einer Festnahme gestorbenen Adama Traoré. Sie verglich den Fall ihres Bruders mit dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA und sagte: „Wir haben uns heute versammelt, um Polizeigewalt, gesellschaftliche Gewalt und ethnische Gewalt anzuprangern.“

Bilder aus Paris:

Rechte Gegendemonstranten entfalteten von einem Dach ein großes Transparent, auf dem sie den Demonstranten „Anti-Weißen-Rassismus“ vorwarfen. Es wurde jedoch vom Balkon der darunter liegenden Wohnung aus zerschnitten, vermutlich von den Anrainern selbst.

Adama Traoré, 24-jähriger Sohn von Einwanderern aus Mali, war nach einer Festnahme in einer kleinen Gemeinde bei Paris ums Leben gekommen. Die Todesursache ist umstritten - es gibt zahlreiche Gutachten und Gegengutachten. Eine aktuelle Bewertung der Justiz entlastet die Polizisten. Ein Gutachten im Auftrag von Traorés Familie geht dagegen davon aus, dass Traoré aufgrund äußerer Gewalteinwirkung erstickt ist.

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