02.06.2020 16:00 |

Zwölferhorn St. Gilgen

Das lange Warten auf die Bahn

Derzeit ragen die massiven Liftstützen ohne Seil und Gondel vom Zwölferhorn in die Luft. Mit diesem Anblick müssen sich St. Gilgens Anwohner sowie Besucher den Sommer über anfreunden. Denn die neue Bahn wird erst im Herbst fahrtüchtig sein. Die Coronakrise hat die Bauarbeiten um eineinhalb Monate verzögert.

Im Jänner wurde der Abbruch der alten Bahn begonnen, seit März wird neu gebaut. Im Oktober soll alles fertig sein. Geplant waren achteinhalb Monate Bauzeit, aufgrund von Corona werden daraus jetzt zehn Monate. Insgesamt kostet das Projekt laut Zwölferhorn-Seilbahn Geschäftsführer Klaus Markart rund 17 Millionen Euro. Dass die Bahn jetzt den gesamten Sommer ausfällt, scheint den Geschäftsführer nicht zu stören: „Es gibt keinen Umbau ohne Gewinnentgang. Wenn wir den Zeitpunkt der Baustelle geplant hätten, hätten wir ihn wohl nicht besser ansetzen können“, schmunzelt er.

Tradition ist alles, was am Zwölferhorn bleibt

Auch wenn die alte Bahn gänzlich ersetzt wird, versucht die Zwölferhorn-Seilbahn GmbH die Tradition der roten und gelben Gondeln in moderner Interpretation weiterzuführen. Vor der Umbauphase gab es 38 Vierer-Gondeln. Ab Herbst 2020 sollen 19 moderne Gondeln mit je acht Plätzen Gäste befördern. Und zwar 750 pro Stunde. Errichtet wird der neue Lift von der Firma Doppelmayr.

Gondel-Schnäppchen um 5000 Euro pro Stück

2019 drehte die historische Zwölferhornbahn nach 62 Jahren zum letzten Mal ihre Runden im Frühling. Sie entsprach nicht mehr dem Stand der Technik und der Betreiber erhielt keine Konzessions-Verlängerung. Daher wurden die Nostalgie-Gondeln an private Liebhaber verkauft. „Im Schnitt hat eine Gondel 5000 Euro gekostet“, informiert Markart. Mal 38 wären das Einnahmen von 190.000 Euro. Damit können schon ein paar unverkaufte Tickets ausgeglichen werden. Immerhin fährt die Bahn ansonsten ganze 365 Tage im Jahr.

In fünf Monaten soll das Bauprojekt fertig sein. Geplant wurde die Tal- und Bergstation der Bahn am Zwölferhorn vom Architektenbüro Hasenauer aus Saalfelden.

Karina Langwieder
Karina Langwieder
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