28.05.2020 09:38 |

Corona-Pläne evaluiert

Anschober: Schritte waren „genau zur rechten Zeit“

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Donnerstag eine aktuelle Evaluierung der Corona-Maßnahmen präsentiert. Er stellte fest, dass die Maßnahmen „genau zur rechten Zeit“ gesetzt wurden, denn nunmehr haben wir in Österreich lediglich eine Steigerung von 0,2 Prozent - es gibt mehr Neugenesene als Neuinfizierte.

„Der Zeitfaktor war das Entscheidende, sonst hätte das anders ausgesehen“, so Anschober. Alleine eine Verzögerung der Maßnahmen um sieben Tage hätte die Fallzahl um das Vierfache erhöht und die Intensivstationen wären ans Limit gekommen.

„Virus ist nicht auf Urlaub gefahren“
„Doch auch jetzt ist das Virus nicht weg, es ist nicht auf Urlaub gefahren“, mahnt der Gesundheitsminister die Bevölkerung zur Vorsicht. Daher gelte es nun nicht unvernünftig zu werden, sondern sich weiterhin an Hygienemaßnahmen und Abstandsregelungen zu halten.

Immer weniger Corona-Patienten auf Intensivstation
Derzeit ist die Situation in Österreich jedenfalls gut und stabil, so Anschober. Die Trendkurve bewege sich kaum nach oben, die Zahl der Erkrankten sinke weiter. Momentan gibt es 674 Corona-Patienten, 107 von ihnen sind in Spitälern und 30 auf der Intensivstation.

Erkrankte rasch ausfindig machen
Die richtigen Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt und die Unterstützung der Bevölkerung haben zu diesem guten Ergebnis geführt, hieß es am Donnerstag. Um weiterhin auf einem guten Weg zu bleiben, wird nun vor allem auf Containment mit Tracing gesetzt.

Mathematiker und Simulationsexperte Niki Popper erläuterte, dass dabei versucht werde, Menschen zu identifizieren, die Kontakt zu möglicherweise Erkrankten hatten. Je rascher dies funktioniere, umso besser ist es und umso schneller kann zu noch mehr Normalität zurückgekehrt werden. Derzeit dauere es 3,8 Tage, um Menschen aus dem Kontaktnetzwerk herauszuholen, so der Experte. Würde eine Reduktion auf 1,9 Tage gelingen, wären noch mehr Öffnungen möglich, so Popper.

Früheres Hochfahren wäre schlecht gewesen
Auch für den Simulationsexperten steht fest, dass der Effekt der Maßnahmen ein hervorragender war, „sonst wären wir am Rande des Systems“, so Popper. Modelle hätten auch gezeigt, dass frühere Öffnungen nicht ratsam gewesen wären. „Hätten Schulen und Geschäfte am 1. April geöffnet, hätten wir den Anstieg relativ schnell gehabt, weil die Zahlen damals nicht ausreichend gedrückt waren“, so der Experte. Ähnliches gilt für die Freizeitkontakreduktion, die durch ihren Rückgang um rund 90 Prozent doch sehr viel zu der heute positiven Entwicklung beigetragen habe.

Nicole Weinzinger
Nicole Weinzinger
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