26.05.2020 06:39 |

Direktoriums-Pläne

So sieht das Konzept für die Sommerfestspiele aus

Die Salzburger Festspiele haben ihren Fahrplan für den Sommer vorgestellt. Das Festival wird von 1. August bis 30. August an höchstens sechs Spielstätten mit rund 90 Veranstaltungen gefeiert. Der Intendant Markus Hinterhäuser verspricht ein Programm: „viel großzügiger als bislang vermutet“.

Zwei Stunden tagte das Kuratorium am Montag. Dann ergriff Präsidentin Helga Rabl-Stadler das Wort: „Es gibt Festspiele!“ Die sehen so aus: Das Budget schrumpft von rund 69 Millionen Euro auf 38 Millionen Euro. Die Vorstellungen von 200 auf 90, der Zeitraum von 44 Tagen auf 30 Tage, die Spielorte von 16 auf sechs und das Kartenkontingent von 235.000 Tickets auf 70.000 Stück.

Von „Rumpffestspielen“ möchte Intendant Markus Hinterhäuser trotzdem nichts wissen: „Ein hässliches Wort! Es wird ein anderes Programm. Aber viel größer als man es sich bisher vorgestellt hatte.“ Der „Jedermann“ betritt am 22. August auf dem Domplatz die Bühne – exakt hundert Jahre nach der Premiere. 1250 Gäste dürften vor Ort seinen Geburtstag feiern.

Fix ist auch: möglichst nur Produktionen ohne Pausen. Der Intendant will alle Genres präsentieren. Die Stiftung Mozarteum und die Pernerinsel in Hallein fallen als Spielorte weg. „Wir konzentrieren uns auf das große Festspielhaus, die Felsenreitschule und das Haus für Mozart. Auch im Landestheater werden wir spielen.“

Abgesagte Produktionen kommen nächstes Jahr
Hinterhäuser wechselt keine Ensembles aus. Für „Don Giovanni“ müssten Chor und Orchester von musicAeterna aus St. Petersburg einreisen. Die strikten russischen Bestimmungen verhindern das. Die Oper wird auf 2021 verschoben. Das soll für alle Produktionen gelten, die das Direktorium für heuer absagt. Ganz will sich Hinterhäuser noch nicht in die Karten schauen lassen. Er präsentiert das detaillierte Programm im Laufe der kommenden Woche.

Der kaufmännische Direktor Lukas Crepaz legt dagegen die Karten auf den Tisch: „Wir werden alle 180.000 bereits erworbenen Tickets rückabwickeln und den Verkauf neu starten.“ Das sei die einfachste Lösung. Das Kartenbüro ackert auf Hochtouren.

Über 70.000 Karten und die relativ lange Spielzeit freut sich auch Landeshauptmann Wilfried Haslauer: „Es ist ebenso ein wichtiges Signal an die Hotellerie. Kultur und Tourismus gehen Hand in Hand.“ Dem pflichtet Bürgermeister Harald Preuner bei: „Gerade in der Stadt haben Hotels stark gelitten.“ Der Montag brachte viel Licht ins Dunkel. Doch wer folgt Rabl-Stadler ins Amt? „Wir werden Gespräche über ihre Vertragsverlängerung führen“, so Haslauer.

Christoph Laible
Christoph Laible
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