Corona-Nachwehen:

Rückstau bei Operationen nach und nach abgebaut

Nach und nach arbeiten Oberösterreichs Spitäler den aus der Corona-Hochphase resultierenden Rückstau bei planbaren Operationen ab. Im Bereich der Landesspitäler waren mit Stand 1. Mai knapp 40 Prozent von 2230 geplanten Eingriffen abgesetzt oder von Patienten abgesagt. Bei den Ordensspitälern waren es etwa 35 Prozent

„Akutoperationen und onkologische Operationen wurden während der gesamten Corona-Krise nach Plan durchgeführt“, betont man in der Gesundheitsholding des Landes Oberösterreich. Die Aufarbeitung der abgesetzten Operationen ist in den Regionalkliniken am Laufen und variiert je nach Kapazität in den Kliniken unterschiedlich.

879 Operationen in Landesspitälern abgesetzt
Aufgrund einer Anfrage von Anfang Mai gab es in der Gesundheitsholding eine Erhebung der abgesetzten OP´s im Zeitraum 9.3.-1.5.2020. Ein nicht unbeträchtlicher Anteil davon sei von den Patientinnen und Patienten selbst verschoben worden. Diese Zwischenbilanz stellt sich so dar: Von im Jahr 2020 geplanten 2230 Eingriffen wurden 879 abgesetzt, das sind 39,4 Prozent.

Sechs bis zwölf Wochen Aufarbeitungszeit
„Die Aufarbeitung ist bereits voll im Gange und die OP-Kapazitäten werden kontinuierlich erhöht, um die Termine der verschobenen und aktuell geplanten Operationen einzuhalten, teilt die Gesundheitsholding mit: „Nach Rücksprache mit den Regionalkliniken wird die Aufarbeitung dennoch sechs bis zwölf Wochen in Anspruch nehmen.„ So wurden zum Beispiel im Klinikum Gmunden bereits 50% der Operationen und im Klinikum Rohrbach 25% nachgeholt. An der Orthopädie des Pyhrn-Eisenwurzen Klinikums Steyr und Kirchdorf wurden alle geplanten Patientinnen und Patienten telefonisch kontaktiert und Termine für Sommer/ Herbst 2020 neu geplant.

Lage bei den Barmherzigen Brüdern in Linz
Wir haben auch bei den diversen Ordensspitälern nachgefragt. Die Rückmeldung von den Barmherzigen Brüdern in Linz fiel so aus: „Als Akutkrankenhaus wurden dringliche und unaufschiebbare Eingriffe auch während des eingeschränkten Spitalbetriebes durchgeführt, wie zB akute gefässmedizinische Operationen. Nicht dringliche Operationen, wie zBbei Varizen, wurden grösstenteils von Seiten der Patienten verschoben. Die Reihung von Operationen, die in nächster Zeit nachgeholt werden, erfolgt nach medizinischer Dringlichkeit bzw. Beschwerden, wie zb Schmerzen. In der Abteilung für Augenheilkunde wurden rund 80 nicht dringliche Eingriffe, wie Schiel- und Lidoperationen verschoben. Im Bereich der Kataraktoperationen beträgt der Rückstau ca. 1 Monat, dieser wird in etwa bis Juli/August nachgeholt. Keine Einschränkung /Verschiebungen gab es in der Geburtshilfe.“

Stellungnahme Ordensklinikum Linz
“Bei akuten Eingriffen und onkologischen Behandlungen kam und kommt es am Ordensklinikum Linz zu keinen Verzögerungen. Bei elektiven Eingriffen gibt es je nach Fachgebiet und daraus resultierender Dringlichkeit eine abgestufte Termin-Verschiebung, diese lag im Bereich von ca. 35 Prozent.“

Stellungnahme Klinikum Wels-Grieskirchen
„Planbare und medizinisch nicht dringende ambulante und stationäre Aufenthalte sowie Operationen wurden nach ärztlicher Prüfung abgesagt. Die Behandlung von Akutfällen und medizinisch notwendigen Behandlungen war uneingeschränkt und zu jeder Zeit sichergestellt.Der Anteil jener Patienten, deren Termin coronabedingt verschoben wurde, liegt sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich bei ca. 35 Prozent. Die Planung der Eingriffe und Behandlungen nach dem “Wieder-Hochfahren„ seit 4. Mai erfolgt nach medizinischer Dringlichkeit durch die medizinischen Abteilungen entsprechend den Auslastungsvorgaben. Die elektiven ambulanten und stationären Patienten werden am Tag vor dem Aufenthalt im Klinikum von den jeweiligen Fachabteilungen zu ihren Terminen und den erforderlichen Schutzmaßnahmen informiert.“

Stellungnahme vom Krankenhaus Braunau
„In Summe wurden ca. 500 Operationen verschoben wurden, die Mehrzahl auf der Orthopädie/Traumatologie, gefolgt von Augen und den anderen operierenden Fächern. Etwa 15 Prozent der geplanten Eingriffen wurden von den PatientInnen selbst verschoben. Die verschobenen Operationen werden so rasch als möglich aufgeholt, in der Neuplanung wird die medizinische Dringlichkeit berücksichtigt.“

Für das Hochfahren gilt ein Stufenplan

Dabei spielt natürlich auch das stufenweise Hochfahren mit vorgegebenen maximalen Auslastungszahlen eine große Rolle. Hier kam es zu einem zwischen den Spitalsträgern vereinbarten Stufenplan.

Stufe 1: Zwischen 1.-15. Mai 2020 war die Auslastung mit max. 65 % begrenzt

Stufe 2:Von 18. Mai bis Ende Juni ist sie mit max. 75 % begrenzt

Stufe 3: Ab 1. Juli: neuer „Normalbetrieb“ (unter Beibehaltung von COVID-Kontingenten für allfällige am Corona-Virus erkrankte Menschen) aber weitere Steigerung der Gesamtauslastung.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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Sonntag, 05. Juli 2020
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