24.05.2020 07:40 |

Hausdächer abgedeckt

Unwetter: Tief „Gudrun“ hielt Feuerwehren auf Trab

Heftige Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen haben am Samstagabend weite Teile Österreichs fest im Griff gehabt. Das Tief „Gudrun“ fegte zunächst über Tirol hinweg und hinterließ dort Schäden. Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume und zahlreiche Feuerwehreinsätze waren auch in Salzburg und der Steiermark zu verzeichnen. Am Achensee gerieten Surfer in Seenot, am Loser mussten zwei Wanderer aus Bergnot gerettet werden - sie waren von Hagel und Sturm überrascht worden. Vor allem im östlichen Bergland wurde es am Abend dann noch einmal stürmisch, bevor sich die Böenfront im Wiener Becken allmählich abschwächte.

Schon am Nachmittag braute sich über Kufstein etwas zusammen. Während in Innsbruck der Himmel noch blau war, war im Unterland bereits Unheil am Himmel. Ebbs wurde dabei heftig getroffen, ein ganzes Haus wurde abgedeckt. 

Surfer gerieten am Achensee in Not
In Münster wurde das Dach der Kirche in Mitleidenschaft gezogen, in Zirl jenes eines Firmengebäudes. Am Achensee ließ der Wind am Nachmittag die Wellen hochgehen, Surfer gerieten in Seenot, konnten laut Polizei aber unverletzt geborgen werden.

Waldbrand, nachdem Baum auf Stromleitung stürzte
Zudem stürzten zahlreiche Bäume landauf, landab um. Auf der Autobahn bei Jenbach etwa musste die Feuerwehr ausrücken und die Äste von der Fahrbahn räumen. Ebenfalls in Jenbach stürzte ein Baum auf eine 25-kV-Stromleitung der Tiwag, ein Waldbrand war die Folge.

In der Tiroler Landeshauptstadt stürzte unter anderem ein Baum auf eine Stromleitung der ÖBB. Auch in Mieders im Stubaital (Bezirk Innsbruck Land) traf ein umgewehter Baum eine Stromleitung.

Zwischen 15 und 19 Uhr waren die Feuerwehren in allen Tiroler Bezirken außer Landeck und Imst im Einsatz. Im Bezirk Reutte gab es nur einen Einsatz, hier wurden Dachteile herumgewirbelt.

Beim Unfallkrankenhaus Covid-Zelt gesichert
Am späten Samstagnachmittag breitete sich das Unwetter auch auf andere Bundesländer aus. In der Stadt Salzburg rückte die Feuerwehr wegen umgestürzter Bäume aus. In der Maxglaner Hauptstraße fiel ein Baum auf ein Auto, in der Moosstraße auf eine Stromleitung. Zwei Bäume erwischte es im Gersbergweg, einen in der Fasaneriestraße und einen in der Hellbrunner Allee. Die Feuerwehr musste auch in die Linzergasse - dort gab es eine verstopfte Regenrinne.

„Am Franz-Rehrl-Platz beim Unfallkrankenhaus haben wir das Covid-Zelt gesichert. Das hätte es sonst auf die Straße geweht“, sagt Robert Schmitz-Berger von der Berufsfeuerwehr Salzburg. Auch der Flachgau und Tennengau waren betroffen.

Unwettereinsätze auch im Waldviertel
Zu Unwettereinsätzen kam es auch in Niederösterreich im Waldviertel. In Waidhofen an der Thaya rückten insgesamt fünf Feuerwehren mit 71 Mitgliedern aus. An mehreren Straßenstellen wurden die Kanaldeckel herausgedrückt und mussten gesichert werden. Auch zwei Keller standen unter Wasser. Auf der B5 kam es zu einer kleineren Vermurung. Im Ortsteil Matzles von Waidhofen a.d. Thaya rissen die Wassermassen Schlamm und Geröll von Feldern mit und verunreinigten einige Hauszufahrten sowie die Ortsdurchfahrt.

Schäden in der Steiermark, bevor Gewitterzelle Richtung Wien zog
In der Steiermark wurden etwa 2000 Stromausfälle registriert. In den Bezirken Leoben und Liezen waren die Feuerwehren im Großeinsatz, um Verklausungen zu lösen und umgestürzte Bäume von den Straßen zu holen. Auch Hausdächer wurden abgedeckt. Im gesamten Oberland bis ins Mürztal und nach Bruck hinunter gab es auch in den Abendstunden starke Unwetter mit Sturmböen und Starkregen.

Bäume knickten wie Zündhölzer
Allein im Bezirk Liezen galt es zwei Dutzend Feuerwehreinsätze von den etwa 300 eingesetzten Mann abzuarbeiten. Durch teilweise orkanartige Windspitzen knickten laut Christoph Schlüßlmayr, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit im Bereichsfeuerwehrverband, Bäume wie Zündhölzer und verlegten Verkehrswege. Auch Autos wurden von Bäumen getroffen. In Aigen und Öblarn wurden teilweise Hausdächer abgedeckt. Bäche traten über die Ufer, die Einsatzkräfte lösten auch etliche Verklausungen.

Wanderer saßen bei Hagel und Sturm am Loser fest
Den Wetterbericht nicht gelesen haben dürften zwei Wanderer, die am Samstag auf den Loser aufgebrochen waren, denn um 18 Uhr wurde die Bergrettung Altaussee zu einem Einsatz während des Gewitters alarmiert. Die Wanderer kamen aufgrund des Wettersturzes mit Hagel, Nebel und Sturm beim Loserfenster nicht mehr weiter. Die Bergretter fuhren mit einem Skidoo der Loser Bergbahnen zum Einsatzort, konnten die zwei leicht unterkühlten Personen bergen und sicher ins Tal bringen.

Böenfront schwächte sich im Wiener Becken allmählich ab
Auch in der Landeshauptstadt Graz waren die Ausläufer der Front zu spüren. Dann zog die Gewitterzelle weiter in Richtung Wien. Zwei Gewitterlinien zogen laut der Unwetterzentrale aus Nordwesten in Richtung Weinviertel/Wien bzw. Mur-Mürz-Furche/Alpenostrand. Vor allem im östlichen Bergland wurde es noch einmal stürmisch, bevor sich die Böenfront im Wiener Becken allmählich abschwächte und auch die Gewitteraktivität nachließ.

Am Sonntag sollte es überwiegend trocken bleiben. „Die Temperaturen werden 15 bis 22 Grad erreichen“, sagt Steffen Dietz vom Wetterdienst UBIMET. Am Montag ist mit ein paar Schauern zu rechnen, ab Dienstag übernimmt ein Hoch das Kommando.

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