20.05.2020 11:00 |

Ministerin zu Besuch

Schichtwechsel an der Brennergrenze

Rekruten an der Brennergrenze, deren Dienstzeit um zwei Monate verlängert wurde, werden nun von Milizsoldaten abgelöst. Wie lange deren Einsatz am so wichtigen Süd-Nord-Übergang andauert, ist aber noch unklar.

Schauplatz Einöde in einem steilen Waldstück oberhalb der Brenner-Bundesstraße: Neben der Eisenbahnlinie stapeln sich die Baucontainer. Hier versehen Soldaten Kontrolldienste an einem provisorischen Bahnsteig: Jeder Güterzug, der aus Italien kommt, darf hier nur im Schritttempo durchfahren. Kontrolliert wird, ob sich illegale Migranten darauf befinden.

Wenn ja, schlagen die Soldaten bei der Polizei Alarm, die den Zug in der Folge anhält und jeden Winkel der Waggons durchsucht. Soldaten kontrollieren auch regelmäßig Schleichwege, die sich der Bergflanke entlangschlängeln. „An der Brennergrenze gibt es eine Fülle verschiedener Aufgaben“, erklärt Hauptmann Hannes Pirker, der die Soldaten des Milizbataillons befehligt.

Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres erhalten
Auf der Aussichtsplattform der Baucontainer erhielten am Dienstag Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, LH Günther Platter und der Tiroler Militärkommandant Ingo Gstrein eine „Lageeinweisung“ im Einsatzraum Brenner. Keiner gibt es gerne zu, aber die unwirtliche Gegend am Brenner dürfte der Moral der jungen Soldaten ordentlich zugesetzt haben. Mehrfach bedankten sich die zahlreichen hochrangigen Kommandeure des Heeres bei der Ministerin, dass sie Verstärkung bzw. Ablöse in Form der Milizsoldaten geschickt hat.

„2316 Grundwehrdiener wurden infolge der Corona-Krise um zwei Monate länger verpflichtet“, berichtete Tanner. „Die Kräfte haben auf Ablöse gewartet.“ Der Einsatz der Milizsoldaten ist zunächst auf drei Monate befristet. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar.

Welches Mitbringsel sie für die hartgesottenen Soldaten an der Brennergrenze im Gepäck habe, wollte die „Krone“ von der Ministerin wissen. Eine Plakette - und das Versprechen, dass die zahlreichen Anregungen und Verbesserungsvorschläge, die sie bei ihrem Besuch in Tirol erhalten habe, auch schnellstmöglich umgesetzt werden.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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