Corononavirus in OÖ:

„Wir sind momentan schon sehr genügsam geworden“

Sonja Häuserer aus Enns sieht ihren Bruder, der im Pflegeheim lebt, derzeit nur aus der Ferne. Sie winken sich dann zu.

„Ich komme zum Eingang des Pflegeheims, gebe Dinge für meinen Bruder ab“, sagt Sonja Häuserer (62) aus Enns (OÖ). Seit 16 Jahren wird ihr Bruder Wilhelm (63) nach einem Schlaganfall in einem Linzer Heim betreut. Vor Corona besuchte sie ihn regelmäßig: „Wir tranken Kaffee, ich habe immer seine Hand gehalten - das geht mir jetzt sehr ab.“

Trennung ist notwendig
Mit dem Telefonieren tut sich der Bruder seit dem Schlaganfall schwer. Auch WhatsApp ist kaum eine Option. Seit ihrer Kindheit sind die beiden sehr eng verbunden, doch nun erleben die Geschwister diese radikale Trennung: „Es ist natürlich notwendig, ich akzeptiere das auch.“
Manchmal kommt sie nur zum Schauen. Ihr Bruder tritt auf die Terrasse des Heims, sie winken einander zu: „Wir freuen uns riesig, uns aus der Ferne zu sehen. Wir sind momentan schon sehr genügsam geworden.“

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Donnerstag, 04. März 2021
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