Corononavirus in OÖ:

„Mir kommt vor, als wären alle ganz weit weg“

Oberösterreich
22.04.2020 17:00

Wäre alles normal, würde Laura Harrer aus Vöcklabruck im Seniorenheim mithelfen. Doch das geht jetzt nicht. Auch sonst hat sie kaum noch Kontakt zu anderen Menschen.

Laura Harrer spürt die Ausgangsbeschränkungen gleich doppelt. Die 28-jährige Vöcklabruckerin sitzt seit ihrer Geburt im Rollstuhl, wohnt in einer von Assista betreuten Jugendwohngemeinschaft. Im Rahmen einer integrativen Beschäftigung hilft sie im Seniorenheim in Timelkam bei der Alltagsgestaltung. Das war vor Corona. „Über Nacht durfte ich nicht mehr kommen“, erinnert sie sich. Nun ist sie viel in der Wohngruppe.

Vor Corona: Laura Harrer unterstützte Senioren im Alltag. (Bild: ZVG)
Vor Corona: Laura Harrer unterstützte Senioren im Alltag.

Plötzlich ein Knick
„Nur mehr vier von insgesamt neun Bewohnern sind da, die anderen sind derzeit bei ihren Familien“, erzählt sie. Sie selbst darf nicht einkaufen gehen, denn Mitbewohner zählen zur Risikogruppe. Der mobile Dienst von Assista bringt alles Nötige. Sie selbst zeichnet und malt viel, manchmal fällt ihr die Decke auf den Kopf. „Wir denken zwar meistens positiv, doch dann gibt es wieder einen Knick“, berichtet sie über die Stimmung.
Oftmals bringt ihre Mutter Sachen vorbei, stellt was Gutes vor der Tür ab, doch enger Kontakt ist nicht möglich. „Es kommt mir vor, als wären die Mama und die Oma ganz weit weg.“

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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