12.04.2020 08:30 |

Tourismusobmann Hackl:

„Wir werden nach dem Fall wieder aufstehen!“

Das Virus habe die gesamte Branche in die Knie gezwungen, sagt Josef Hackl, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Tirol. Die aktuelle Sündenbock-Rolle weist er im „Krone“-Gespräch zurück.

Zwangspause herrscht derzeit auch für den enorm wichtigen Wirtschaftszweig Tourismus. „Das Coronavirus ist wie ein Tsunami über uns hereingebrochen und dementsprechend ist auch die gesamte Tourismuswirtschaft im Land mitten in der Hochsaison abrupt und brutal zum Stillstand gekommen“, sagt Josef Hackl, Obmann der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Tirol.

Für die Betriebe, Mitarbeiter und natürlich auch für die Gäste aus dem In- und Ausland ist der „Shutdown“ völlig unerwartet gekommen.

„Sind sicher nicht der Sündenbock der Nation“
Den Tourismus für diese Pandemie als Sündenbock hinzustellen sei aber unseriös und populistisch! „Absolut niemand hat bei uns in Österreich noch Anfang März an diese katastrophale Auswirkung geglaubt und tatsächlich hat auch jeder diese Gefahr unterschätzt. Jeder, damit meine ich absolut jeden - ob in der Politik, der Bevölkerung und auch bei den Unternehmern - hat die Gefahr unterschätzt, obwohl Italien schon massiv betroffen war“, sagt Hackl.

Suche nach „Schuldigen ist entbehrlich“
Jetzt im Nachhinein auf die Suche nach „Schuldigen“ zu gehen hält er für besonders entbehrlich. „Wenn Fehler passiert sind, werden die Untersuchungen Ergebnisse liefern und es werden dann auch Sanktionen greifen. Natürlich ist Tirol gerade im Wintertourismus ein Hotspot und selbstverständlich treffen sich gerade in unseren Topdestinationen Tausende Menschen, die skifahren, genießen und feiern wollen und so ist es auch naheliegend, dass dort die Ansteckungsgefahr größer ist als anderswo“, sagt Hackl weiter.

Und: „Wäre ein ähnlicher Virus im Sommer aufgetaucht, wären wohl unsere Sommerdestinationen und der ,Ballermann’ auf verschiedenen Inseln die ,Buhmänner’ der Nation!“

„Grenzen in den Köpfen“
Und wie geht es nun weiter? Es sei klar, dass von Reisefreiheit erst dann wieder gesprochen werden kann, wenn sich die Virussituation entspannt und Sicherheit in punkto Ansteckungsgefahr besteht. Auch wenn die Grenzen bald geöffnet werden könnten, werden die Grenzen immer noch in den Köpfen der Gäste sein.

„Was unsere Betriebe aber brauchen, ist Planungssicherheit. Wir müssen bald wissen, wann und unter welchen Bedingungen wir wieder daran denken können, unsere Betriebe zu öffnen“, fordert Touristiker Hackl.

Viele Betriebe müssen jetzt bei Null anfangen
Viele der Betriebe müssen wieder bei Null anfangen und ganz besonders unterstützt werden - von Bund, Land und Banken. „Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass sich der Tourismus doch schneller wieder erholen wird als von vielen Experten vorausgesagt.“

„Wir stehen wieder auf“
„Ich glaube an unsere vielen Familien- und Kleinbetriebe und daran, dass sie alles versuchen werden, um ihre Gäste wiederzugewinnen und den Neustart mit einem riesigen Engagement schaffen werden. Ja, das Virus hat uns in die Knie gezwungen, aber wir stehen sicher wieder auf“, sagt Hackl abschließend.

Markus Gassler
Markus Gassler
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