04.04.2020 23:10 |

Pferdesport

Hart an der Existenzgrenze

Springreiter Christian Juza ist von den Corona-Beschränkungen ganz massiv betroffen: Keine Turniere, kein Training mit dem Reiternachwuchs und auch keine Arbeit mit den Pferden. Aber die Kosten für Futter, Stellplätze und Equipment sind natürlich in voller Höhe weiter zu berappen.

Die Zeiten, die Lamprechtshausen-Reiter Christian Juza im Gefolge der Corona-Krise nun durchmacht, sind hart. Nach dem tollen Saisonstart mit Top-3-Plätzen im Magna Racino brach mit dem Stopp für praktisch alle sportlichen Aktivitäten landes-, ja sogar weltweit fast über Nacht lähmender Stillstand auch über die heimische Reiterei herein.

Aber es sind nicht nur die abgesagten Events, die Salzburgs Top-Springreiter an die Existenzgrenzen stoßen lassen. „Das Training mit den Pferden ist verboten, das Springen wegen des Verletzungsrisikos komplett untersagt“, muss sich Juza auf reines Gymnastizieren seiner Vierbeiner beschränken. Nur eine Stunde dürfen die Tiere täglich bewegt werden.

„In einer normalen Saison betreue ich fünf bis acht Berittpferde, das fällt ebenso weg wie das Training mit dem Reitnachwuchs“, trifft Juza der Verlust des Reitunterrichts für 15 bis 20 Schüler sowie zweier Kurse mit jeweils nochmals rund 30 Teilnehmern finanziell hart.

Auch eigene Pferde zu versorgen
Die Arbeit mit Fremdpferden ist die eine Seite des Gewerbes, jene mit den eigenen die andere. Zu Annabelle und Lena, die zu 100 Prozent in seinem Besitz sind, gesellt sich noch Toppferd Mister Z, an dem Juza eine 50-prozentige Beteiligung hält. „Auch wenn die Pferde keine Turniere gehen, müssen sie gefüttert und versorgt werden. Dazu kommen die Einstellkosten auf der Reitanlage, die Leasingraten für die Transporter und, und, und“, kann sich Juza ausmalen, wie weit die Reserven, von denen er im Moment zehrt, noch langen werden.

Hoffen auf Härtefallfonds
Sicherheitshalber hat Juza schon mal ein Ansuchen auf Unterstützung aus dem Härtefallfonds gestellt. „Das ist in Arbeit“, ist ihm in der angespannten finanziellen Lage jeder noch so bescheiden anmutende Beitrag eine Hilfe.

Positiv an der vertrackten Situation: „Ich bin jetzt an den Wochenenden zuhause. Sonst hab ich meine Familie da meist auf Turnieren um mich.“ Bei Tochter Antonia, ebenfalls Springreiterin, hält sich die Begeisterung freilich in Grenzen. Sie hat eigene Pläne, bangt um die Nachwuchs-EM im Juli in Portugal und die Qualifikation dafür.

Harald Hondl
Harald Hondl
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