03.04.2020 01:26 |

Streit um Patientin 0

Ischgl-Desaster: „Ich habe mir das nicht bestellt“

Das Vorgehen im Corona-Hotspot Ischgl sorgt weiter für Aufregung. Am Donnerstagnachmittag musste Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die Angaben zur Infektionskette in dem Tiroler Wintersportort vom Vormittag korrigieren. Die angeblich erste diagnostizierte Corona-Patientin hatte es doch nicht in Person einer Kellnerin aus der Schweiz am 5. Februar in dem Tiroler Skiort im Paznaun gegeben. Während die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit am Abend nun auch noch den 8. Februar und eine einheimische Kellnerin als „gesicherte“ Patientin 0 ins Spiel brachte, sagte Anschober in der „ZiB 2“ zu dem Ischgl-Desaster, die Fakten seien gemeinsam mit Tirol aufzuklären. Natürlich seien die Vorkommnisse in der Aufarbeitung der Ischgl-Affäre „nicht wünschenswert“: „Ich habe mir das nicht bestellt“, so Anschober.

Wie das passiert sei, dass man ein falsches Datum angegeben habe, wisse er nicht, sagte der Gesundheitsminister. Man wisse auch noch nicht, wer den Fehler gemacht habe. Er habe jedenfalls das getan, was man als Politiker tun könne, nämlich die Öffentlichkeit zu informieren. Nun sollen Tirol und die AGES gemeinsam „die realen Fakten“ aufklären.

Land Tirol „kann auch mit neuem,ersten Fall‘ nichts anfangen“
Unterdessen heißt es vom Land Tirol, dass man auch mit der neuen Aussage der AGES, wonach der „erste gesicherte Corona-Fall“ in Tirol - einer einheimischen Kellnerin - auf den 8. Februar datiere, nichts anfangen könne. „Auch diese Information ist nachweislich unsachlich. Die vorliegenden Erfassungsblätter der zuständigen lokalen Gesundheitsbehörden belegen dies“, hieß es in einer Aussendung am Donnerstagabend.

Tirol: „Schlussfolgerung der AGES spekulativ“
Aus medizinischer Sicht könne fachlich und wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, auf welchen Zeitpunkt die Corona-Erkrankung der Patientin zurückgeht, argumentierte das Land Tirol. Die Kellnerin habe im Rahmen der durchgeführten Erhebungen am 7. März angegeben, über „circa einen Monat Erkältungssymptome mit Druck auf der Brust“ gehabt zu haben. „Am 9. März lag für diese Person das positive Ergebnis für eine Corona-Erkrankung vor. Die Schlussfolgerung der AGES, dass die Person bereits seit dem 8. Februar - also seit 30 Tagen - an Corona erkrankt war, ist aus Sicht des Landes Tirol spekulativ“, wurde betont. Die Tiroler Behörden wiesen darauf hin, dass ihre „Fallzahlen“ mit 7. März beginnen. Das betrifft den Barkeeper, der an diesem Tag positiv getestet wurde. 

AGES: Tirol konnte Details zu „gesichertem Fall“ nicht kennen
Ingrid Kiefer, Leiterin der Krisenkommunikation der AGES, sagte am Donnerstagabend der APA, der „gesicherte Fall“ sei bei der epidemiologischen Abklärung herausgekommen. Die Behörden vor Ort in Tirol konnten davon nichts wissen. Eine solche Abklärung sei immer „ein Blick in die Vergangenheit“. Dabei würden bestätigte Fälle kontaktiert und gefragt, wann sie erste Symptome gehabt hätten. Aus diesen Angaben erhalte man valide Rückschlüsse auf die Infektionskette - das sei im Fall der Frau eben bereits am 8. Februar der Fall gewesen, so Kiefer.

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