30.03.2020 06:00 |

Bezirke im Überblick:

Die Krankheit macht sich breiter

Sieben Corona-Tote gibt es nach dem Wochenende in Salzburg. Die Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen ist am stärksten betroffen. Bei den Bezirken sind die Unterschiede groß: Trauriger Spitzenreiter ist der Pongau, im Lungau waren mit Stand, Sonntag 13 Uhr, nur 15 Personen infiziert. Die „Krone“ sprach auch mit einem Hausarzt, der die Erkrankung gerade durchsteht.

Es ging auch in Salzburg eine Corona-Woche mit traurigen Rekorden zu Ende. Die Zahl der Toten stieg am Wochenende auf insgesamt sieben Fälle. Im Uniklinikum verloren eine 87-jährige und eine 70-jährige Frau spwie ein 85-jähriger Mann den Kampf gegen das Virus und andere Erkrankungen.

Aber es gibt erstmals auch vorsichtig positive Entwicklungen in den vielen Zahlen, die jetzt erhoben werden. Die Neuinfizierten sind auf einen Wert von unter zehn Prozent (9,7) gesunken. „Die Maßnahmen scheinen zu wirken. Es hängt aber sehr viel davon ab, wie ernst sie auch in Zukunft genommen werden“, appelliert Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz an die Vernunft. Dringend werden Ärzte in den Gesundheitsämtern der Bezirkshauptmannschaften gesucht: Auf einen Aufruf meldeten sich 70 Medizinier, neun kommen jetzt einmal zum Einsatz. Sie sollen auch die Befragungen im Umfeld der Corona-Patienten erleichtern. Es wird genau erhoben, wer in Risikogebieten war und wer Verbindungen in den Tourismus hat. Die letzten zehn Tage zeigen aber klar: Das Virus macht sich auch in Salzburg breiter. Ansteckungen passieren längst nicht mehr nur im Tourismus. 

Der Lungau nimmt eine Sonderstellung ein

Am Sonntag, 13 Uhr, kletterte die Zahl der Infizierten auf 800 Fälle: Der weitaus größte Anteil mit 303 Corona-Kranken fällt weiterhin auf den Pongau, gefolgt vom Pinzgau (210 Fälle), wo die Verbreitung mit Urlauber-Gruppen ihren Anfang nahm. Am Abend stieg die Gesamtzahl dann auch 838 Fälle. Eine Sonderstellung nimmt der Lungau ein: Es gab mit Stand Sonntagmittag „nur“ 15 positiv Getestete. „Von unseren 15 Lungauer Gemeinden sind neun noch immer Corona-frei“, informiert der St. Michaeler Bürgermeister Manfred Sampl.

Jetzt ist davon auszugehen, dass unter den Neuinfizierten nur noch Einheimische sind, heißt es beim Land. Auch die Altersverteilung wurde nun erstmals erhoben: Und sie bestätigt den Bundesschnitt. Die Gruppe der 45- bis 64-Jährigen ist mit 38 Prozent der Erkrankten am stärksten betroffen. Ein genauerer Blick zeigt: Kinder erkranken kaum (0,4 Prozent bei den unter Fünfjährigen, 1,9 Prozent bei 5- bis 14-Jährigen). Erst ab 24 Jahren beginnt die Kurve zu steigen.

Arzt steht Erkrankung gerade durch

Besonders nah am Virus sind auch viele praktische Ärzte: Im Oberpinzgau, wo die Versorgung ohnehin dünn ist, steckte sich der erfahrene Hausarzt Dr. Peter Sturm bei einem Patienten an. „Ich merke, dass ich nicht ganz gesund bin, habe aber nur leichte Symptome. Ich kann Organisatorisches erledigen“, erzählt er der „Krone“. Ein Kollge ist für ihn eingesprungen. Er will die Bevölkerung vor allem auch vor der hohen Ansteckungsgefahr warnen. 

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
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