27.03.2020 11:00 |

39 Infizierte

Corona im Kloster: Spur nach Ischgl und St. Anton

Nachdem im Kloster der Barmherzigen Schwestern im Tiroler Zams 39 Corona-Infektionen aufgetreten sind, arbeiten die Verantwortlichen des Ordens daran, den Ursprung der Infektionen zu lokalisieren. Dabei hat sich herausgestellt, dass drei Mitarbeiterinnen im Pflege- und Reinigungsbereich  während der Wintersaison nebenberuflich als Aufräumerinnen in Unterkunftsbetrieben in Ischgl und St. Anton tätig waren.

Diese Nebenbeschäftigung dauerte laut Eigenauskunft der Mitarbeiterinnen bis 7. März an. Am 16. März sei die diensthabende Schwester der Pflegestation im Mutterhaus auf diesen Sachverhalt aufmerksam gemacht worden. „Was folgte war eine Verkettung aus Fehleinschätzungen auf Seiten der auf der Pflegestation aktiven Kräfte. Alle folgten der Annahme, die drei Mitarbeiterinnen seien nicht von der Aufforderung zur freiwilligen Quarantäne betroffen“, heißt es.

Regelung war Frauen nicht bewusst
Diese Aufforderung erging am 15. März von der Tiroler Landesregierung. Sie richtete sich an Menschen, die seit 28. Februar in St. Anton oder in Ischgl waren. „Die Damen dachten, dass sie von dieser Regelung ausgenommen seien, da sie schon seit 7. März nicht mehr in den betroffenen Quarantänegebieten waren. Dass der Quarantäneaufruf bis zum 28. Februar zurückreichte, war ihnen offenbar nicht bewusst. Eine letztlich klare und zugleich höchst bedauerliche Fehleinschätzung der Anordnung des Landes“, erklärt Schwester Barbara Flad, Sprecherin des Mutterhauses.

Erstansteckung in Gästebereich und Notschlafstelle?
Dennoch gehe man bei der Analyse der Infektionskette im Kloster davon aus, dass die Hauptquelle für die Ansteckungen bei der für den Gästebereich und für die Notschlafstelle zuständigen Schwester liegt. Diese Schwester erkrankte als erste und hatte zuvor am meisten Außenkontakte. „Trotzdem liegt natürlich die Vermutung nahe, dass die Kontakte in die deklarierten Quarantäneregionen ebenfalls mitverantwortlich für das Auftreten der Infektionen in diesem Ausmaß waren“, so die Ordenssprecherin.

Magen-Darm-Grippe falsch gedeutet?
Flad ergänzt: „Offenbar hat es auch eine anfängliche Missinterpretation erster grippeähnlicher Krankheitsverläufe gegeben. Einer Kombination von fiebrigen Symptomen und Durchfall-Erkrankungen wurden als Magen-Darm-Grippe gedeutet. Im Nachhinein sind diese vermutlich auch mit Covid-19 zu assoziieren. Obwohl diese Symptome nicht klassisch zum Corona-Verlauf zählen“, erklärt Schwester Barbara Flad.

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