In einem Schwimm-Thriller hat Markus Rogan am Montag Silber über 100 Meter Rücken geholt. Am Dienstag gab es dann Vormittags plötzlich Gerüchte über einen angeblich positiven Dopingtest Rogans - ein peinlicher und bösartiger Versuch, den Olympia-Silbermedaillengewinner anzuschwärzen!
Dienstag-Vormittag kam plötzlich Unruhein die österreichische Olympia-Delegation: angeblich gebees Probleme mit der Dopingprobe von Silbermedaillen-Gewinner MarkusRogan und zwar wegen eines verbotenen Nasensprays!
Neider im eigenen Lager Dr. Heinz Junngwirth, Chef der österreichischenMission, war empört, dass offenbar Neider das böse Gerüchtgestreut hatten. Scheiße, so ist die Menschheit!" Und auchLeistungsdiagnostiker Hans Holdhaus bestägtigte, dass Roganden Nasenspray "Flonase", den er immer nehme, bei der Dopingkontrolleangegeben habe. "Er beinhaltet entzündungshemmende Substanzen,nichts Verbotenes ist drinnen. Ich bin richtig sauer, dass imeigenen Lager Neider sitzen", so Holdaus.
Rogan: "Man mag Sieger nicht" Relativ gelassen reagierte Markus Rogan selbst aufdie "Affäre": "Scheinbar mag man Sieger in Österreichnicht. Das Nasenspray gibt es in jeder Apotheke. Die Alergie habich seit etwas mehr als einem Jahr, wahrscheinlich vom vielenWasser, das in die Nase kommt. Das ist bei Schwimmern völlignormal."
Herzschlag-Finale Es war das wahrscheinlich spannendste Schwimm-Finalebei diesen Olympia-Spielen: am Ende sorgte Markus Rogan fürdie erste olympische Schwimm-Medaille Österreichs seit 1912!
Der Krimi im Zeitraffer: Kurz vor 19 Uhr erfolgteder Startschuss und nach 50 m hatte Rogan so ziemlich alles, nurkeine Medaille in der Tasche. Er schlug nämlich als Letzterder acht Finalisten an. Aber dann kam Rogans bärenstarkezweite Länge: "Ich wusste, der zweite Fünfziger isteinfach meiner", so Rogan im Interview nach dem Bewerb.
Unglaubliche zweite Länge Und tatsächlich: Auf den zweiten fünfzigMetern wurde Markus Rogan mit jedem Armzug schneller, holte aufund schlug schließlich in 54,35 (zugleich neuer österreichischerRekord) als Zweiter hinter dem großen Favoriten Aaron Peirsol(54,06) an. Auf Platz drei landete mit einer (!) Hundertstel Rückstandder Japaner Morita.
Wie stark Rogan die zweiten fünfzig Meterschwamm, zeigt auch, dass er da mehr als 5 Zehntel Sekunden aufden Olympiasieger aufholen konnte!
Jetzt Favorit über 200 m? Am Mittwoch und Donnerstag kommt dann allerdingserst Rogans Paradedisziplin, die 200 m Rücken. Und nachdemRogan jetzt schon seine Medaille sicher hat, kann er es da lockerangehen. Beruhigend für Rogan sicher auch, dass er sowohlim Finale, als auch im Semifinale jeweils auf der zweiten Längeder absolut Schnellste war - das lässt für die langen200 m einiges erhoffen. Der 200-m-Rücken Bewerb findet amMittwoch (Vorlauf, Semifinale) und Donnerstag (Finale) statt.
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