26.07.2010 17:01 |

1.000% geht nicht

Schluss mit zu viel Perfektionismus im Job

Korrektes Arbeiten muss sein – keine Frage. An dem Punkt, an dem deine Arbeitshaltung jedoch in den Perfektionismus abgleitet, solltest du beginnen, dich selbst zu hinterfragen. Denn Perfektion kostet Zeit und Energie - und viele, viele Nerven. Wie du mit diesem Thema gut umgehen kannst, erfährst du hier.

Die Anzeichen richtig deuten
Wenn man einen Blick auf deinen Schreibtisch wirft, könnte man meinen, es würde überhaupt nicht gearbeitet: Alles ist ordentlichst gestapelt, nach Kategorien sortiert. Deine Mails sind in genauestens beschriftete Ordner unterteilt und werden immer noch am gleichen Tag beantwortet – auch wenn du dafür bis spät in die Nacht am Schreibtisch sitzt. Für Besprechungen bereitest du dich minutiös vor. Wirft dir jemand einmal einen Fehler vor, dann bist du zutiefst bestürzt und machst dir selbst die größten Vorwürfe. Erkennst du dich in diesen Verhaltensweisen wieder, dann kannst du dir getrost das Schild „Perfektionist“ umhängen.

Bis zu einem gewissen Grad ist Perfektionismus eine gute Eigenschaft – sie hilft, genau und zeitgerecht zu arbeiten, gute Ergebnisse abzuliefern. Denn mit weniger als 100 Prozent geben sich Perfektionisten nicht zufrieden. Doch auch Perfektionismus muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden. Er ist gut und zielführend in jenen Bereichen, in denen etwas auf dem Spiel steht: Angebotslegungen, Kundenpräsentationen, Verkaufsgesprächen. Bereiche, die dem Unternehmen Geld bringen bzw. umsatzkritisch sind, dürfen mit der notwendigen Genauigkeit und zeitlichen Intensität bearbeitet werden.

Unproduktiv und selbstzermürbend wird Perfektionismus jedoch dann, wenn du deine Energie auf unprofitable, administrative Tätigkeiten verschwendest. Denn das beginnt, Zeit zu kosten, und zermürbt dich. Du wirst müde, bist nervlich angespannt, gereizt, überarbeitet. Psychosomatische Krankheiten stellen sich ein. Und im schlimmsten Fall kann Perfektionismus zu einem Burn-out-Syndrom führen.

Was tun?
Der erste und wichtigste Schritt ist die Selbsterkenntnis. Weißt du von dir selber, dass du einen starken Hang zum Perfektionismus hast, solltest du dich selbst genau beobachten und dir auch Feedback von deinem Vorgesetzten einholen. Lass dir sagen, in welchen Bereichen du deine Zeit verwenden darfst und wo du leiser treten solltest. Hol dir Tipps von Kollegen, die deine Arbeitsweise kennen, und lass dir dabei helfen, Zeit zu sparen.

Es ist sehr wichtig, dass du deine eigene Erwartungshaltung dir selbst gegenüber reduzierst. Oft reichen auch 80 Prozent deines Aufwands, manchmal sogar 50 Prozent, um eine Aufgabe zufriedenstellend zu erledigen. Und gestehe dir selbst das Recht auf Fehler zu. Denn Fehler sind eine wichtige Lernquelle, nur über sie erkennst du, wie es in Zukunft eventuell nicht mehr geht. Das Ergebnis wird sich bald in deinen Arbeitszeiten und deinem Wohlbefinden äußern.

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