Coronavirus:

Turbulente Tage für die Rehazentren

Während die Rehazentren am gestrigen Mittwoch noch von einem fortwährenden Betrieb sprachen, sieht die Situation nun anders aus. Durch die Maßnahmen des Bundesministeriums müssen sämtiche Rehabilitations- und Kurzentren ihre Pforten bis auf Weiteres schließen.

Letzter Stand Mittwoch
„Die Pensionsversicherungsanstalt ist verpflichtet, den Reha-Betrieb aufrecht zu erhalten“, erklärte der Pressesprecher der PVA, Markus Stradner, am gestrigen Mittwoch gegenüber der „Krone“. Stunden später verkündet Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) die geplante Verordnung, alle Reha- und Kurzentren zu schließen. Diese soll bereits ab Freitag rechtskräftig sein.

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"Bei Therapien lässt sich die Vorgabe von einem Meter Mindestabstand nicht umsetzen. Deswegen wird der konsequente Schritt gesetzt, sämtliche Kurhäuser und Rehaanstalten zu schließen.

Rudolf Anschober, Gesundheitsminister (Grüne)

Bereits vor Schließung wurden Maßnahmen gesetzt
Bereits vor der Forderung des Bundesministeriums wurden in den Einrichtungen Maßnahmen gesetzt. „Unsere Hotels und Thermen wurden geschlossen, Einzeltherapien werden jedoch noch durchgeführt“, berichtete Patrick Hochhauser, Geschäftsführer der Eurothermenresorts am Mittwoch. Auch in der psychiatrischen Reha des Gesundheitsresort Vortuna in Bad Leonfelden wurden die Gruppen auf maximal fünf Personen minimiert.

Patienten nicht sich selbst überlassen
Die medizinische Verantwortung ist für die Zentren jedoch noch nicht abgeschlossen. „Die Entlassungen der Patienten müssen vorbereitet werden. Psychisch labile Personen kann man nicht einfach sich selbst überlassen, in Härtefällen muss eine Überweisung beantragt werden“, so der kaufmännische Leiter des Vortuna, Andreas Eckerstorfer.

Vorerst Betriebsurlaub für die Rehazentren
Für die kommenden Wochen hat das Gesundheitsresort Vortuna ihre Mitarbeiter auf Betriebsurlaub geschickt. Laut Eckerstorfer ist es jedoch nicht auszuschließen, dass das medizinische Personal im Kampf gegen den Coronavirus eingesetzt wird. „Wir haben die Infrastruktur, in den Notfallsplänen der Gemeinde ist es vorgesehen, die Anlage mitsamt den Mitarbeitern für Situationen wie diese zu nutzen“, so der kaufmännische Leiter. 

Laut PVA sollen Zentren als Notspitäler fungieren
“Es werden voraussichtlich zwölf der fünfzehn stationären Rehabilitationszentren in Oberösterreich als Notspitäler fungieren. Dabei handelt es sich um keine „Corona Einrichtungen“. Stattdessen sollen Patienten, die nicht infiziert sind, bei denen eine häusliche Betreuung jedoch noch nicht möglich ist, übernommen werden um die Krankenhäuser zu entlasten“, so PVA Sprecher Markus Stradner.

Physiotherapeuten schließen Praxen
Auch andere Gesundheitsberufe haben mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen. Für physiotherapeutische Praxen wurde keine behördliche Schließung angeordnet. Ohne die gibt es jedoch keine Ausfallszahlungen. Laut Präsidentin des Physio Austria Verbands, Constance Schlegl, fühle sich das Wirtschaftsministerium nur zuständig für Wirtschaftskammerangehörige, zu welchen freiberufliche Physiothrapeuten jedoch nicht zählen. 

Härtefallfond soll Freiberufliche unterstützen
Eine der Betroffenen ist Elke Weberstorfer, die in Gmunden eine Gemeinschaftspraxis führt: „Wir haben trotz eines finanziellen Verlustes freiwillig geschlossen, um weder unsere Patienten noch uns selbst zu gefährden.“ Laut Bundesministerium soll in den nächsten Tagen ein Härtefallfond entstehen, durch den „Neue Selbstsändige“, unter welche auch freiberufliche Physiotherapeuten fallen, unterstützt werden. 

Lena Pirker
Lena Pirker
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Montag, 21. September 2020
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