18.03.2020 08:10 |

Corona-Krise

Auswirkung auf Tiroler Arbeitsmarkt bereits groß

Die Zahl der Arbeitslosen schnellt bereits in die Höhe. In Tirol gab es allein am Montag 2800 Meldungen beim AMS. AMS-Chef Anton Kern spricht von einer „Herkulesaufgabe“ und appelliert, die AMS-Geschäftsstellen nicht zu besuchen, sondern telefonisch und online Kontakt aufzunehmen.

In den vergangenen Jahren konnte das AMS Tirol fast nur gute Nachrichten vermelden. Die Arbeitslosigkeit sank stetig, Tirol stand im Bundesländervergleich besonders gut da. Noch im Februar ging die Zahl der Arbeitslosen um 8,4 Prozent zurück. Das alles ist vorerst vorbei.

Um 64 Prozent mehr Meldungen am Montag
„Allein am Montag hat es in Tirol 2800 neue Arbeitslosenmeldungen bei uns gegeben. Das sind deutlich mehr als am stärksten Tag des gesamten vergangenen Jahres“, erklärt Tirols AMS-Chef Anton Kern im Gespräch mit der „Krone“. Wie viel mehr, lasse sich aktuell wegen der Überlastung des Computersystems nicht genau erheben. Kern verweist aber auf die Bundeszahlen, die ein beunruhigendes Bild ergeben: Österreichweit wurden am Montag 16.400 Meldungen registriert, das sind um 64 Prozent mehr als am absoluten Spitzentag 2019.

Mehr als 200 Anfragen zu Kurzarbeit
In welchen Branchen jetzt besonders viele Menschen arbeitslos werden, könne noch nicht genau gesagt werden, meint Kern. „Natürlich ist der Tourismus stark betroffen. Es geht aber quer durch alle Branchen. Durch den großen Ansturm ist es uns nicht möglich, sofort jede Meldung statistisch zuzuordnen“, spricht Kern von einer organisatorischen Herkulesaufgabe. Auch seitens der Firmen ist der Informationsbedarf enorm. Mehr als 200 Anfragen zu Kurzarbeit gab es am Montag. Kerns Appell an alle: „Bitte über Telefon und Internet mit der zuständigen AMS-Stelle Kontakt aufnehmen, nicht zu den Zweigstellen kommen.“ Auch wenn wegen überlasteter Leitungen eine Arbeitslosenmeldung erst einen Tag später abgegeben werden könne, werde jeder Antrag kulant bearbeitet

Höchststand wird bereits Ende März überschritten
Was kommt auf den Tiroler Arbeitsmarkt in den kommenden Wochen und Monaten zu? Das könne man heute nicht gänzlich ermessen, sagt Kern. Eines sei aber schon absehbar: „Im Vorjahr erreichten wir Ende April die höchste Arbeitslosenzahl mit knapp 20.500 Personen. Diesen Wert werden wir heuer leider bereits Ende März überschreiten.“

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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