24.07.2010 15:42 |

Spur der Verwüstung

6,2 Millionen Euro Schaden durch Hagelschlag

Der Durchzug einer Kaltfront hat Österreich gebietsweise heftigen Regen und Sturm beschert. An mehreren Orten, wie beispielsweise in der Steiermark fielen hühnereiergroße Hagelkörner. Der Schaden geht in die Millionen. Die Aussichten bleiben durchwachsen: Angesichts der feuchten und kühlen Luftmassen muss laut ZAMG überall mit Regenschauern gerechnet werden.

In der Steiermark und im südlichen Burgenland sorgten die Schauer für massive Schäden. Aus dem steirischen Jennersdorf wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern gemeldet, sagte eine ZAMG-Expertin. Im Gebiet Graz-Umgebung seien die Geschosse drei bis vier Zentimeter dick gewesen.

"Auf den Maisfeldern und in den Weingärten sah es danach traurig aus," sagt ein Polizeibeamter. "Bei uns haben sich auch zahlreiche Autobesitzer gemeldet, die Schäden an ihren Fahrzeugen bestätigt haben wollten. Auch zwei unserer Streifenwagen, die gerade unterwegs waren, sind davon betroffen.

Baum stürzte auf Autos
Als das Unwetter losbrach, suchten zwei Autofahrer in der Ortschaft Mahrensdorf unter Bäumen Schutz vor dem Hagel. Sekunden später stürzte ein Baum auf die Fahrzeuge (siehe Bild). Die Lenker waren eingeschlossen, konnten aber von der Feuerwehr unverletzt befreit werden. Erste Erhebungen der Sachverständigen von der Österreichischen Hagelversicherung ergaben am Freitag, dass der Hagel an etwa 6.500 Hektar landwirtschaftlicher Flächen in den Bezirken Feldbach und Leibnitz Schäden in der Höhe von etwa vier Millionen Euro angerichtet hat. Betroffen waren vor allem Mais, Kürbis, Obst und Weintrauben.

Auch aus dem Südburgenland wurden massive Hagelschauer gemeldet. Hier verzeichnete die Hagelversicherung in landwirtschaftlichen Betrieben einen Schaden von 2,2 Millionen Euro. Besonders betroffen war die Gegend um Neuhaus am Klausenbach und Minihof-Liebau im Bezirk Jennersdorf.

2.000 Hektar im Burgenland verwüstet
Seitens der Versicherung ist von "Hagelkörnern in der Größe von Tischtennisbällen" die Rede, die eine landwirtschaftliche Fläche von mehr als 2.000 Hektar zum Teil komplett verwüsteten. Neben Ackerkulturen wie Mais und Kürbis wurden auch rund 100 Hektar Obst-und Weingärten in Mitleidenschaft gezogen.

Dem Osten Österreichs brachte die Kaltfront lebhaften bis starken Wind mit Spitzen um die 90 km/h. Auf der Wiener Jubiläumswarte wurden sogar 104 km/h gemessen. 

Auffällig hohe Niederschlagsmengen registrierte die ZAMG beispielsweise in Bregenz, wo in der Nacht auf Samstag 57,6 Liter pro Quadratmeter niedergingen. In Gmunden wurden 52,7 Liter pro Quadratmeter gemessen. In Neusiedl am See waren es immerhin noch 38,9 Liter pro Quadratmeter.

von Werner Kopacka (Kronen Zeitung) und krone.at

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