22.07.2010 07:00 |

Einsatz in Somalia

Bildet Deutschland Kindersoldaten in Afrika aus?

Die deutsche Bundesregierung kann einem Pressebericht zufolge nicht ausschließen, dass die Bundeswehr in Afrika auch Minderjährige zu Soldaten für Somalia ausbildet. Dies gehe aus einer Antwort des Auswärtigen Amtes auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor. Darin heiße es, unter den Rekrutierten im Krisengebiet könnten auch Minderjährige sein.

Deutschland beteiligt sich an einer EU-Trainingsmission für Somalia mit bis zu 20 Bundeswehrsoldaten. Sie helfen in Uganda, binnen eines Jahres 2.000 somalische Soldaten auszubilden. Diese sollen dann die somalische Übergangsregierung stützen.

Wie es in dem Bericht der "Frankfurter Rundschau" hieß, sind die Truppen der Übergangsregierung laut Vereinten Nationen allerdings dafür bekannt, Kindersoldaten zu rekrutieren. Laut Schätzungen von World Vision Österreich werden weltweit immer noch 250.000 bis 300.000 Kinder von Militärs zwangsrekrutiert. Die jugendlichen Kämpfer sind meist nicht älter als elf Jahre und kommen sowohl in regulären Streitkräften als auch in Rebellenarmeen zum Einsatz.

Ausgebildete Soldaten laufen zu Milizen über
Laut dem Zeitungsbericht gibt es auch Zweifel daran, ob die Ausbildung der Soldaten durch die deutsche Bundeswehr wirklich dabei hilft, den seit 1991 währenden Bürgerkrieg in Somalia zu beenden. Die Linksfraktion verweise auf Statistiken, wonach von den 17.000 somalischen Soldaten und Polizisten, die Äthiopien zwischen 2006 und 2008 ausgebildet hatte, bereits Ende 2008 nur noch 3.000 für die somalische Übergangsregierung aktiv waren. Viele der übrigen dürften demnach zu oppositionellen Milizen übergelaufen sein.

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