08.03.2020 13:36 |

Leerer Petersplatz

Coronavirus: Angelus-Gebet des Papstes gestreamt

Trotz strahlendem Wetter und Frühlingstemperaturen haben sich am Sonntag nur wenige Pilger auf dem Petersplatz versammelt, um auf Bildschirmen das Angelus-Gebet zu verfolgen. Dieses sprach der Papst nicht wie üblich am Fenster seines Palasts direkt vor den Gläubigen. Das traditionelle Gebet wurde stattdessen per Video live aus dem Papstpalast übertragen.

Der Papst sprach stehend in der Bibliothek seines Apostolischen Palasts das Angelus-Gebet. Der in den vergangenen Tagen von einer Erkältung beeinträchtigte Franziskus schien in guter Verfassung zu sein. Der Heilige Vater erklärte, er sei im Gebet den Menschen nahe, die wegen der Coronavirus-Epidemie leiden. Er rief die Gläubigen auf, „mit der Kraft des Glaubens und der Hoffnung“ diese schmerzhafte Phase zu überwinden. Nach seinem per Streaming gesendeten Angelus zeigte sich Franziskus kurz am Fenster seines Palasts und winkte den Gläubigen auf dem Petersplatz zu.

Virusverbreitung vermeiden
Mit dem Verzicht auf das Angelus-Gebet auf dem Petersplatz sollte das Risiko einer Verbreitung des Virus durch Gruppen während der Sicherheitskontrollen zum Platz vermieden werden, hieß es. Damit folgt der Vatikan Vorgaben der italienischen Regierung, die Versammlungen untersagt hat, bei denen die Teilnehmer nicht den vorgegebenen Mindestabstand von einem Meter einhalten können.

Die nächste Generalaudienz am Mittwoch soll ebenfalls auf ähnliche Weise verändert werden. Bis zum 15. März wird die Frühmesse im Gästehaus Santa Marta ohne Teilnahme von Gläubigen gefeiert. Nur in Ausnahmefällen haben Päpste in der Vergangenheit auf das Angelus-Gebet auf dem Petersplatz verzichtet, so nach dem Anschlag auf Johannes Paul II. im Jahr 1981 und während der Krankheit des polnischen Papstes 2005.

Coronavirus-Fall im Vatikan
Am Freitag hatte der Vatikan einen ersten Coronavirus-Fall gemeldet. Die Ambulanz der Vatikan-Klinik wurde demnach vorübergehend für eine Desinfizierung geschlossen, nur die Rettungsstelle blieb geöffnet. Alle Patienten, die zuletzt in der Klinik behandelt wurden, wurden über den Infektionsfall benachrichtigt. In der Vatikan-Klinik werden die Bewohner und Angestellten des Kirchenstaats sowie deren Familien behandelt.

Die Angst vor einem Coronavirus-Ausbruch in dem Kirchenstaat ist insbesondere wegen des hohen Altersdurchschnitts seiner rund tausend Bewohner groß. Zuletzt hatten vor allem Berichte über eine mögliche Ansteckung von Papst Franziskus für Aufregung gesorgt. Der 83-Jährige litt in den vergangenen Tagen unter einer schweren Erkältung und sagte seit vergangener Woche mehrere Termine ab. Am Dienstag berichtete die italienische Zeitung „Il Messagero“, ein Coronavirus-Test beim Papst sei negativ ausgefallen.

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