19.07.2010 12:31 |

Grandiose Rückkehr

Wacker jubelt nach 4:0 gegen Rapid: "Unglaublich geil!"

Eindrucksvoller hätte sich der FC Wacker nach zweijähriger Absenz nicht im Fußball-Oberhaus zurückmelden können. Die Innsbrucker haben am Sonntag zum Liga-Auftakt mit dem 4:0 (1:0) den ersten Sieg über Rapid seit 20. April 2002 (1:0 in Wien unter Jogi Löw) geschafft und gezeigt, dass das Tivoli wieder eine schwer zu nehmende Festung sein wird.

Während Wacker den ersten Sieg über Rapid seit über acht Jahren feierte, gab es im Lager des Rekordmeisters lange Gesichter und einen Erklärungsnotstand. Rapid-Torhüter Raimund Hedl brachte die Situation der Wiener, auf den Punkt: "Es hat nichts funktioniert. Wir haben verdient auch in dieser Höhe verloren. Wacker hatte ja noch weitere Chancen."

Einstellung, Organisation, Selbstvertrauen
Die Tiroler profitierten vor allem von der frühen Führung durch Marcel Schreter (9.) und konterten nach der Pause den machtlosen Rekordmeister gnadenlos aus. Für Wacker-Trainer Walter Kogler, der davor warnte, dass sich seine Mannschaft vom 4:0 nicht blenden lassen dürfe, gibt es drei Gründe für den Erfolg seiner Elf: Absolute Einstellung und Bereitschaft, alles zu geben, eine gute Organisation auf dem Feld und den Willen und Glauben sich in der Vorwärtsbewegung auch etwas zu zutrauen. "Nur mit diesen Eigenschaften werden wir auch in den nächsten Partien bestehen."

Wackers Neuzugänge schlugen voll ein
Für Kogler, der nach dem Tod seiner Mutter den Erfolg schaumgebremst feierte, war das 4:0 über Rapid ein Erfolg der ganzen Mannschaft, in der jeder Spieler den anderen ergänzte, in der jedes Rädchen ineinandergriff. Trotzdem war auffallend, dass sich der Aufsteiger genial verstärkt hatte. Vorne wirbelte der Slowene Miran Burgic, auch wenn ihm kein Tor gelang. Im  Mittelfeld sorgte der Tscheche Tomas Abraham für die Ordnung und auch für Pässe nach vorne, und in der Abwehr war der 32-jährige Spanier Inaki Bea das Um und Auf mit 70 Prozent der gewonnen Zweikämpfe.

Schreter: "Unglaublich geil" 
"Unglaublich. Der spielt mit der Krawatte an, lässt nie etwas anbrennen und braucht dazu nicht ein einziges Mal zu sprinten", staunte Wackers Doppel-Torschütze Marcel Schreter, der den Erfolg über Rapid als "unglaublich geil" bezeichnete. Für Wacker war es der höchste Liga-Sieg seit dem 5:1 über den GAK in Innsbruck am 9. Mai 2007 und der höchste Erfolg gegen Rapid nach dem 6:1 in Innsbruck am 14. Apirl 1990. Damals wirkte übrigens Peter Pacult schon mit - als Stürmer der Tiroler traf er zweimal.

Pacult: "Leistung kann man nicht akzeptieren"
Rapid-Coach Peter Pacult sprach am Sonntag ebenfalls von einem verdienten Wacker-Erfolg, nahm seine Mannschaft aber auch in die Kritik: "Wir haben nicht ins Spiel gefunden und sind dann in der zweiten Hälfte ausgekontert worden. Der Gegner hat es uns auch schwer gemacht, er ist sehr gut gestanden. Trotzdem kann man diese Leistung von Rapid nicht akzeptieren."

Und Rapids Sportdirektor Alfred Hörtnagl, selbst ein Wacker-Urgestein, war mit seinem Trainer einer Meinung, ohne dabei die Leistung der Tiroler schmälern zu wollen: "Das war zu wenig, das war nicht die Mannschaft, die wir kennen." Hörtnagl stießen auch drei der fünf Gelben Karten für Rapid auf: "Sich nur mit Kritik beim Schiedsrichter gegen die Niederlage zu stemmen, ist zu wenig. Das wird der Trainer in dieser Woche sicher ansprechen."

Ausschreitungen nach dem Match
Nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen zwischen Innsbrucker und Wiener Fans. Zwei einschreitende Polizisten wurden dabei verletzt.

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