24.02.2020 11:44 |

„Keine neuen Lager“

Migrationskrise in der Ägäis spitzt sich weiter zu

Der Streit zwischen der Regierung in Athen und Einwohnern der Ägäisinseln um den Bau neuer Migrantenlager wird immer heftiger. „Wir werden mit allen legalen Mitteln die Öffnung neuer Lager verhindern“, sagte der Bürgermeister der Hauptortschaft der Insel Samos, Giorgos Stantzos, der Deutschen Presse-Agentur. 

Auf der Insel Lesbos besetzten Bewohner der Kleinstadt Mantamados vorübergehend die Zufahrtsstraßen zu den Gebieten, wo das neue Lager gebaut werden soll. Auch auf der Insel Chios patrouillierten Einwohner in einer Region rund 17 Kilometer westlich der Inselhauptstadt. Dort soll ein neues Lager für mehr als 5000 Migranten entstehen. Die Einwohner fordern, alle Migranten nach ihrer Registrierung zum Festland zu bringen, wie das Staatsfernsehen (ERT) am Montag berichtete.

In der Hauptstadt Athen hatte es immer wieder Proteste gegen neue Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln gegeben.

Flüchtlingslager sind heillos überfüllt 
In und um die Registrierlager der Ägäisinseln harren mehr als 42.000 Menschen aus. Die Lager haben jedoch nur eine Aufnahmekapazität für maximal etwa 8000 Menschen. Täglich setzen im Durchschnitt mehr als 100 neue Migranten aus der Türkei nach Griechenland über. Dies ergibt sich aus einer Statistik des UNO-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR). Auch von einer Trinkwasserknappheit für die Tausenden dort lebenden Flüchtlinge ist immer wieder die Rede.

Die Regierung der bürgerlichen Partei Nea Dimokratia (ND) unter Regierungschef Kyriakos Mitsotakis hat angesichts dieser Zustände das Asylverfahren beschleunigt und will nun neue Registrier- und Abschiebelager öffnen. Wer kein Asyl bekommt, soll im geschlossenen Teil dieser Lager bis zu seiner Abschiebung in die Türkei bleiben.

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