17.02.2020 11:30 |

„Falsche Vorwürfe“

Die Tiroler Bauern sind keine Klimakiller

Landwirte als Mitverursacher des Klimawandels? In Österreich und Tirol ist das Gegenteil der Fall: „Wir leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz “, betont LK-Präsident NR Josef Hechenberger. Ein sehr großes Problem stellen aber die riesengroßen Rinderfarmen dar!

36 Milliarden Tonnen fossiles CO2 pro Jahr: Die Hauptursache für die Klimaverschlechterung ist die Anreicherung der Atmosphäre mit fossilem CO2 aus der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas. Weltweit werden jährlich ca. 10 Milliarden Tonnen fossiler Kohlenstoff durch die Ausbeutung der unterirdischen Lagerstätten an die Erdoberfläche gebracht, deren Verbrennung jährlich ca. 36 Mrd. Tonnen CO2 in die Erdatmosphäre freisetzt.

Weg von den fossilen Brennstoffen
„Die wichtigste Maßnahme gegen die fortschreitende Klimaverschlechterung ist daher der konsequente Umbau unseres Energie- und Wirtschaftssystems. Wir müssen weg von klimaschädlichen fossilen Energieträgern hin zu einer nachhaltigen und kreislauforientierten Bioökonomie mit er-neuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffen“, fordert Josef Hechenbreger, der Präsident der Landwirtschaftskammer Tirol, der seit kurzem auch Mitglied des Nationalrates ist. Er wehrt sich gegen den Vorwurf, dass die Bauern als Mitverursacher des Klimawandels verunglimpft werden – die Fakten geben ihm Recht.

Vergleich mit dem Verkehr ist falsch
Die Landwirtschaft dürfe auch nicht mit dem Verkehr verglichen werden! „Wir sind ein produzierender Sektor, der zur täglichen Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln aus der Region gebraucht wird – Stichwort Versorgungssicherheit“, erklärt der LK-Präsident. Natürlich entstehe auch durch die Landwirtschaft CO2 (die maschinelle Bearbeitung der Felder, Melkanlagen, etc.). „Aber im Gegensatz zu Verkehr, Energie und Industrie hat die Landwirtschaft in Österreich in den vergangenen 30 Jahren den CO2-Ausstoß von verringern können“, betont Hechenberger.

Positiven Beitrag zum Klimaschutz
Vor allem die heimische Landwirtschaft steuere einen positiven Beitrag zum Klimaschutz bei. „Die Kohlenstoffspeicherung in land- und forstwirtschaftlichen Böden, in der oberirdischen Biomasse und in langlebigen Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen sind nur ein paar wenige Beispiele“, sagt Josef Hechenberger.

Großes Problem: Das Fleisch aus Südamerika
Ein weltweites Problem ist die Fleischerzeugung – alle Wiederkäuer produzieren durch ihre Verdauung das klimaschädliche Treibhausgas Methan. „Das ist aber vor allem in den großen Rinderfarmen in Südamerika ein Problem. In der Landwirtschaft in Österreich wird heute noch ziemlich genau gleich viel Methan freigesetzt, wie noch vor 100 Jahren“, verweist LK-Präsident Hechenberger auf die Fakten (siehe ebenfalls Grafik).

Tiroler Produkte sind keine Kilometerfresser
Fazit: Die Landwirtschaft ist kein Klimakiller! Schon gar nicht die heimische. „Man darf die Landwirtschaft nicht pauschal verurteilen! Tirols Bäuerinnen und Bauern wirtschaften möglichst nachhaltig, zusätzlich vermeiden wir mit dem Griff zu heimischen Produkten auch zahlreiche Transportkilometer“, sagt Kammer-Präsident Hechenberger abschließend.

Markus Gassler
Markus Gassler
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