16.02.2020 10:56 |

Handball Bregenz

Die glorreichen Zeiten sind schon längst vorbei

So hatte sich Bregenz-Präsident Roland Frühstück seinen 62. Geburtstag nicht vorgestellt. Nach dem 25:29 bei Schlusslicht Bärnbach bezogen seine Handballer in der Qualirunde gegen Abstiegskandidat Linz zuhause mit 25:32 die nächste Klatsche. „Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden“, meinte der bitter enttäuschte Coach Markus Burger. Das Bregenzer Urgestein nutzt das spielfreie Wochenende, um seine Truppe für den drohenden Abstiegskampf aufzurichten. Die Bregenzer Talfahrt allein an der prekären Personallage festzumachen, wäre zu einfach. Es fehlen verletzungsbedingt mit Josip Juric-Grgic und Marko Coric zwar schmerzlich zwei Leistungsträger.

Die Knackpunkte liegen aber bereits Jahre zurück.Ein goldenes HändchenIn den glorreichen Zeiten setzte der Rekordmeister auf Spielertrainer. Typen wie Olympiasieger Bruno Gudelj oder Dagur Sigurdsson, der Deutschland Jahre später als Teamchef zu EM-Gold führte, gaben den Ton an. Es waren die internationalen Größen, mit denen die Bregenzer zwischen 2000 und 2008 sieben der insgesamt neun Meistertitel holten. Legendär der 32:31-Heimsieg im Herbst 2005 in der Gruppenphase der Champions League gegen den SC Magdeburg. Roland Frühstück, seit 1995 Manager, bewies jedoch nicht nur bei der Wahl seiner Spielertrainer ein goldenes Händchen. Auch „junge Wilde“ wie Nikola Marinovic, Roland Schlinger oder Conny Wilczynski schlugen damals ganz groß ein.

Wie eng die großartigen Erfolge mit dem Namen Roland Frühstück verbunden sind, zeigte sich ab Herbst 2015. Da wurde der ehemalige „Handball-Professor“ Präsident der Bregenzer und legte die sportlichen Belange in jüngere Hände. Unter Coach Robert Hedin und Toplegionär Espen Li Hansen schafften die Landeshauptstädter zwar noch zwei Mal den Sprung ins Finale, scheiterten aber an Margareten (2015) und ein Jahr später an Hard. In der nächsten Saison war - wie in den Jahren darauf - schon im Viertelfinale Endstation. Mit der Bestellung des jungen und unerfahrenen Nachwuchsleiters Jörg Lützelberger zum Cheftrainer gingen die Frühstück-Erben im Sommer 2016 ein Experiment ein, das schiefging. In dieser Saison muss der Rekordmeister erstmals seit 20 Jahren in der Qualirunde ran.

„Wir haben in der momentan schweren Situation zu wenige Spieler, die Verantwortung übernehmen. Wirtschaftlich bedingt, haben wir einen schlanken Kader, jetzt sind noch die Verletzungen dazu gekommen. Ich hoffe, dass Josip Juric-Grgic in ein bis zwei Wochen wieder dabei ist. Dann können wir schnell Platz acht fixieren und haben mit dem Abstieg hoffentlich nichts mehr zu tun. Es ist jedoch nicht mehr unser Anspruch, Meister zu werden. Diese Zeiten sind längst vorbei. Wir wären glücklich, wenn wir es einmal ins Halbfinale schaffen“, bäckt Bregenz Handball-Präsident Roland Frühstück 2020 jetzt kleinere Brötchen. Ansprüche reduziertIn der laufenden Saison wird es keine Neuverpflichtung mehr geben. „Wir gehen kein finanzielles Risiko ein. Wir schaffen den Klassenerhalt auch so,“ gibt sich der 62-Jährige kämpferisch.

Harald Armellini

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