Der in der Gesamtwertung weiter souverän voran liegende Italiener Riccardo Ricco radelte auf dem 150 km langen Abschnitt von Bleiburg ins steirische Hügelland unmittelbar hinter seinem Verfolger Emanuele Sella als Siebenter über die Ziellinie.
Auf der Etappe ohne schwere Bergprüfungen hatte sich nach 50 Kilometern eine zwölfköpfige Spitzengruppe, der kein Österreicher angehörte, davongemacht. Die Ausreißer um den späteren Sieger Nuyens und den italienischen Meister Visconti hielten bis zur Bergwertung Hebalm (1.430 m) rund zwei Minuten Vorsprung. In der Abfahrt weiter Richtung Zielort schmolz der Vorsprung zwar rapide, dennoch retteten die Flüchtigen eine halbe Minute Vorsprung in den schweren Schlusskilometer.
Ausreißer retten Mini-Vorsprung ins Ziel
Einige der Ausreißer schafften es schließlich 17 Sekunden vor Ricco und den anderen Sieganwärtern ins Ziel. Nuyens meinte, er habe sich diese Etappe wegen des schweren Schlussanstieges für eine Attacke herausgepickt. "Das war heute ziemlich hart. Ich bin gut in Form und wusste, dass ich einen steilen Kilometer durchhalten kann", sagte der 30-jährige Belgier, dessen größter Erfolg ein zweiter Platz bei der Flandern-Rundfahrt 2008 ist.
Ricco verteidigte Gesamtführung souverän
Der Denifl-Rennstall Cervelo hatte das Feld in die steile Schlussrampe geführt, Ricco und die anderen Topleute hielten aber bergauf erfolgreich dagegen. Der weiter fast zwei Minuten vor seinem Landsmann Emanuele Sella und dem Spanier Sergio Pardilla führende ehemalige Dopingsünder Ricco erwies sich im Etappenfinale einmal mehr als unantastbar. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Fluchtgruppe durchkommt", meinte Ricco, der sich aber auch so souverän behauptete. "Wir haben das Rennen kontrolliert. Der Etappensieg war heute nicht so wichtig", meinte der Italiener.
Tiroler Denifl Gesamt-Neunter
Denifl probierte am Schlussanstieg zwar alles, der erhoffte Sieg blieb aber ein Wunschtraum. "Das Timing am Ende hat gut gepasst, ich habe alles gegeben", sagte der Tiroler, der sich im Gesamtklassement um einen Rang auf Platz neun verbesserte. Am Freitag müssen die Fahrer den mit 231,8 km längsten Abschnitt absolvieren, es geht von Deutschlandsberg aus über den Wechsel nach Laxenburg. Die Favoriten werden sich dabei ihre Kräfte für das entscheidende Zeitfahren am Samstag aufsparen.
Ergebnis der 5. Etappe (Bleiburg – Deutschlandsberg):
1. Nick Nuyens (BEL) Rabobank 3:37:37 Stunden
2. Giovanni Visconti (ITA) ISD Neri gleiche Zeit
3. Egor Silin (RUS) Katjuscha +0:04
4. Christopher Froome (GBR) Sky +0:12
5. David Gutierrez (ESP) Footon-Servetto +0:15
6. Emanuele Sella (ITA) Carmiooro +0:17
7. Riccardo Ricco (ITA) Ceramica-Flaminia +0:17
8. Sergio Pardilla (ESP) Carmiooro +0:17
9. Stefan Denifl (AUT) Cervelo +0:20
10. Markus Fothen (GER) Milram +0:22
Weiter:
18. Matthias Brändle (AUT) Footon-Servetto +0:31
19. Harald Totschnig (AUT) Team Tyrol +0:34
Stand in der Gesamtwertung:
1. Riccardo Ricco (ITA) Ceramica-Flaminia 18:45:58 Stunden
2. Emanuele Sella (ITA) Carmiooro + 1:44 Minuten
3. Sergio Pardilla (ESP) Carmiooro +1:44
4. Morris Possoni (ITA) Sky +4:13
5. Tiago Machado (POR) RadioShack +4:32
6. Artem Owetschkin (RUS) Katjuscha +4:48
7. Wladimir Gusew (RUS) Katjuscha +5:33
8. John Lee Augustyn (RSA) Sky +5:46
9. Stefan Denifl (AUT) Cervelo +5:50
10. Ruslan Pidgornij (UKR) ISD +5:56
Weiter:
16. Matthias Brändle (AUT) Footon-Servetto +7:20
18. Harald Totschnig (AUT) Team Tyrol +8:55
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