23.07.2010 11:49 |

Spaß ganz oben

So baust du deinen Kindern ein Baumhaus

Abgehoben von der Erde und ihren Problemen, ein geschütztes Refugium in den starken Ästen von Bäumen – man braucht wirklich kein Kind zu sein, um die Faszination „Baumhaus“ zu verstehen. Und so gibt es heute das „Mini-Haus“ im Baum zwar hauptsächlich als unvergessliches Abenteuer für den Nachwuchs, aber vereinzelt auch im Designer-Outfit als originelles Urlaubserlebnis oder sogar als Büro.

Zielgruppe Nummer eins für die Baumhäuser sind allerdings bei uns nach wie vor die Kinder, die mit Sicherheit mehr als nur einen Sommer lang Spaß und Freude am Rückzugsort im Baum haben. Die Ferienzeit ist eine gute Gelegenheit für viele geschickte Heimwerker, ihrem Nachwuchs ein ganz besonderes Erlebnis zu bieten und gemeinsam mit ihnen das eigene Baumhaus zu planen und zu errichten.

Ein Kinder-Baumhaus ist gar nicht so schwer zu bauen, und mittlerweile kann man auch ganze Bausätze kaufen, die noch um einiges leichter zusammenzusetzen sind. Eines ist aber auch ganz klar: Sicherheitsfragen müssen beim Haus im Baum einen besonders hohen Stellenwert einnehmen. Denn immerhin spielen und toben die Kinder einige Meter über dem Boden.

Das etwas andere Haus
Baumhäuser sind aber nicht nur Spielorte für Kinder. Noch heute leben Eingeborene in Südamerika, Afrika und Asien in Hütten auf den Bäumen, um bestimmten Gefahren am Boden zu entgehen.

Richtige Baumhäuser, die für das tägliche Leben angedacht sind, unterscheiden sich übrigens ganz deutlich vom herkömmlichen Hausbau. Von Experten wird die Konstruktion und Architektur von alltagstauglichen Baumhäusern gerne mit dem Schiffsbau verglichen. Wobei eines ganz wichtig ist: Eine umfassende Kenntnis von den Materialen und der „Baumstatik“. Denn die Bauausführung muss so erfolgen, dass der Baum als „tragendes Fundament“ keinesfalls verletzt wird. Das beinhaltet auch, dass die Rinde nicht durch Scheuern von Seilen oder Ähnlichem Schaden nimmt. Auch das gängige Aufhängen von fertigen Häusern in den Bäumen ist in der Durchführung daher wesentlich komplexer und komplizierter, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Mittlerweile gibt es weltweit etwa rund zwei Dutzend Firmen, die sich auf den Bau von Baumhäusern spezialisiert haben.

Zunehmend beliebt wird bei uns auch die Integration von Baumhäusern in Hotelanlagen, und in Deutschland gibt es mittlerweile sogar Baumhäuser als Büros.

Abenteuer Baumhaus
Wesentlich unkomplizierter geht es da meist im eigenen Garten beim Hausbau für den Nachwuchs in den Bäumen zu. Meist werden diese Mini-Rückzugsbereiche intuitiv geplant und mit Nägeln und Brettern selbst gezimmert. Wie auch beim richtigen Häuslbauer erfolgen dann nach und nach die „Feinarbeiten“: der Anstrich, das Einsetzen von Fenstern, die Innenausstattung, die Einrichtung etc.

Es macht aber auch großen Spaß und fördert im Übrigen die Kommunikation innerhalb der Familie, das "Projekt Baumhaus“ gemeinsam zu planen und in einzelne Bauabschnitte mit Zeitplan zu unterteilen. Tipp: Gemeinsam mit den Kindern alle Stadien durchbesprechen, eventuelle Schwierigkeiten einplanen und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Die wichtigste Voraussetzung für ein Baumhaus ist natürlich ein gesunder und erwachsener Baum im eigenen Garten. Am besten geeignet ist ein schon etwas älterer Baumbestand, der nachweislich schon mehrmals Wind und auch heftigeren Stürmen getrotzt hat. Vor allem starke Bäume wie Eichen, Linden, große Apfel- oder Birnenbäume eignen sich hervorragend als Standort für ein Baumhaus.

Gibt es keinen solchen Baum mit ausreichend starken Ästen, kann als Alternative das Baumhaus auch in einer Gruppe von mehreren Bäumen errichtet werden. In diesem Fall schwebt das Baumhaus inmitten der Baumgruppe, wobei die Baumstämme als Pfosten eingesetzt werden.

Darauf kommt es an
Auch im Interesse der Sicherheit des Nachwuchses muss die Materialfrage ausreichend bedacht werden. Sparen am falschen Platz ist hier nicht angesagt: Gut geeignet ist kesseldruckimprägniertes Holz, das dann noch zusätzlich mit einer Lasur, die vor Witterungseinflüssen und Fäulnis schützt, sowie mit bis zu drei Farbschichten gestrichen wird. Tipp: Baumärkte bieten hier gute Beratung an und verfügen meist auch über ganz spezielle Baumhaus-Bausätze. Bestellt man online, so muss man auf Fracht- und Transportkosten achten, die ganz schön zu Buche schlagen können.

Auch die Frage des Zugangs ist abzuklären: Kinder bevorzugen eine Strickleiter, die von ihnen jederzeit hochgezogen werden kann, um unliebsame Gäste (vor allem natürlich die Eltern!) auszuschließen.

Sicherheit großgeschrieben
Ein gesunder Baum ist die Basis des Mini-Hauses und damit auch der Kinder-Sicherheit. Während der Bauphase darf der Baum keinesfalls durch Nägel, Schrauben, falsche Arbeitsschritte, etwa mit der Säge, verletzt werden, denn dadurch besteht die Gefahr, dass er instabil wird. Am besten das Baumhaus mit Sisalstricken befestigen, die aber nicht zu fest in die Baumrinde einschneiden dürfen.

Gibt es einen Balkon beim Baumhaus, so muss dieser unbedingt mit einer Brüstung versehen werden. Die meisten Verletzungen bei Baumhäusern entstehen übrigens beim Hinauf- und Hinunterklettern. Tipp: Die Stelle der Strickleiter, Leiter oder Kletterschnur ausheben und mit Rindenmulch auffüllen. Damit verhindert man zwar keinen Sturz, aber die Kinder fallen weicher.

Empfehlenswert ist es jedenfalls, sich über weitere mögliche Gefährdungen und Sicherheitsmaßnahmen bei Experten (z.B. Baumärkte oder Anbieter von Kinder-Baumhäusern) zu erkundigen!

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