29.01.2020 08:36 |

Coronavirus-Epidemie

Mehr Tote, aber weniger Neuinfizierte in China

Die Lage in China bleibt nach dem Ausbruch der neuartigen Lungenkrankheit, ausgelöst vom Coronavirus, weiterhin angespannt. In der am stärksten betroffenen Provinz Hubei starben weitere 26 Menschen, die sich infiziert hatten. Am Dienstag gab es rund 1500 Neuansteckungen in der Region. Ausländische Firmen, die in China tätig sind, ergreifen drastische Maßnahmen: So werden Geschäfte teilweise nicht aufgesperrt oder setzen auf Home Office.

132 Todesfälle wurden mittlerweile in China bestätigt. Es gebe 5974 Menschen, in deren Körper das Coronavirus festgestellt wurde, so die chinesische Gesundheitskommission. Experten befürchten jedoch, dass diese Zahl in Wirklichkeit viel höher sein könnte - in Schätzungen ist sogar von mehr als 100.000 Infizierten die Rede.

Abriegelung von Wuhan zeigt erste Erfolge
Insgesamt aber sinkt die Zahl an Neuinfektionen: Am Montag waren es noch 1700 Fälle gewesen. Die Volksrepublik hatte auch drastische Maßnahmen verhängt, um die Epidemie einzudämmen: Im Epizentrum des Ausbruchs des Virus, in der Provinz Hubei, wurden Ausreisesperren verhängt und der öffentliche Verkehr stark eingeschränkt. Das zeigt bereits Wirkung: So wurde am Dienstag lediglich ein neuer Todesfall außerhalb der Provinz vermerkt. Die Abschottung verwandelte die Elf-Millionen-Metropole Wuhan allerdings in eine Geisterstadt.

Unternehmen entschließen sich in China zu drastischen Maßnahmen
Starbucks beschloss, etwa die Hälfte seiner 4292 Kaffeehäuser vorübergehend zu schließen. In den verbleibenden Lokalen wurden die Öffnungszeiten angepasst. Man erwarte durch das Coronavirus finanzielle Einbußen. Das US-Unternehmen macht zehn Prozent seines Gesamtumsatzes in China, das als Wachstumsmarkt gilt.

Der japanische Autohersteller Toyota stellte die Produktion in seinen Werken in China für einige Tage komplett ein. Bis 9. Februar ruht der Betrieb, danach will man die Lage neu bewerten. Die Fluglinie British Airways setzte am Mittwoch alle ihre Flüge in die Volksrepublik aus.

Große Sorge herrscht auch beim deutschen Autohersteller Volkswagen: Dessen 3500 Mitarbeiter in Peking sollen für zwei Wochen von zu Hause aus arbeiten. Geschäftsreisen nach China und in andere Länder werden ausgesetzt, teilte das Unternehmen mit: „Wir streben an, ein gesundes und sicheres Arbeitsumfeld für unsere Kollegen sicherzustellen“, hieß es.

Japan und USA lassen Staatsbürger aus China ausfliegen
Japan holte nun die ersten Landsleute, die sich im chinesischen Wuhan aufhielten, per Flugzeug zurück. Mittwochvormittag landeten 206 Japaner an Bord einer Chartermaschine in Tokio. Diese benutzten nicht den normalen Flugterminal für reguläre Passagiere, sondern wurden in einem Spezialbus in eine medizinische Einrichtung gebracht, hieß es. Noch am selben Abend solle eine weitere Maschine nach Wuhan starten, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Diese Woche war in Japan bei einem Patient, der sich nicht in China aufgehalten hatte, das Virus im Körper diagnostiziert worden. Er hatte sich also auf japanischem Boden infiziert.

Auch die USA flog Staatsbürger aus: 240 Landsleute hoben am Mittwoch in Richtung Nordamerika ab. Australien hat ähnliche Pläne - die Evakuierten sollen zwei Wochen lang in einer Quarantäne-Zone auf der Weihnachtsinsel untergebracht werden, bis sie in ihre Heimat dürfen.

Hoffnung auf Gegenmittel
Einen Hoffnungsschimmer bieten australische Forscher: Diese berichteten von einem „bedeutenden Durchbruch“ auf der Suche nach einem Gegenmittel für das neue Virus. Ihnen gelang es, den Erreger, der einem Patienten entnommen wurde, nachzuzüchten. In Zusammenarbeit mit anderen Instituten soll nun nach einem Gegenmittel geforscht werden.

In Österreich bestätigte sich bislang kein einziger Verdachtsfall. In Deutschland gibt es vier Infektionen mit 2019-nCoV, alle in Bayern. Der Autozulieferer Webasto sah sich wegen Krankheitsfällen gezwungen, seine Firmenzentrale vorläufig zu schließen.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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