06.07.2010 14:59 |

Isotopen-Analyse

Austro-Forscher enträtseln Leben der Ammoniten

Österreichische Forscher haben die bis dato unklare Lebensweise und Entwicklung der vor 65 Millionen Jahre ausgestorbenen Ammoniten erforscht. Einem Team um Alexander Lukeneder und Mathias Harzhauser vom Wiener Naturhistorischen Museum sowie Werner Piller und Stefan Müllegger von der Universität Graz ist das mit Hilfe von modernsten Isotopen-Methoden gelungen.

Ammoniten zählen zu den bekanntesten fossilen Meerestieren. Sie lebten, wie ihr noch heute existierender Verwandter Nautilus, in teils riesigen, an Schneckengehäuse (Bild) erinnernde Schalen und beherrschten über 350 Millionen Jahre lang die Urmeere. Entstanden sind sie vor rund 400 Millionen Jahren, ihre Blüte erlebten diese Weichtiere aber erst im Erdmittelalter zwischen 250 bis 65 Millionen Jahren vor unserer Zeit.

Starben zeitgleich mit den Dinosauriern aus
Gemeinsam mit einer Vielzahl von anderen Tieren starben sie am Ende des Erdmittelalters aus. Ein Meteoriten-Einschlag vor rund 65 Millionen Jahren, dem vermutlich auch die Dinosaurier zum Opfer fielen, war der letzte vernichtende Schlag und führte zum Aussterben der Ammoniten, die – wie auch Kraken und Tintenfische – zu den sogenannten Kopffüßern gehören.

Wanderrouten der Tiere erforscht
Die Forscher konnten nun erstmals zeigen, dass diese fossilen Verwandten der Tintenfische sich im Laufe ihres Lebens auf verschiedene Wassertiefen spezialisierten und unterschiedliche Lebensräume der Ur-Ozeane bewohnten. In diesem Zusammenhang konnten Migrationen vom Flachwasser ins Tiefwasser und umgekehrt entdeckt werden. Hauptursachen für die verschiedenen Wanderrouten und Entwicklungswege bei den Ammoniten sind die sexuelle Reife und die Reproduktions-Zyklen mit der damit einhergehenden Nahrungsumstellung.

Isotope in Schalen analysiert
Die Wissenschaftler analysierten die Sauerstoff- und Kohlenstoff-Isotope der Ammonitenschalen. Diese wachsen während des gesamten Lebenszyklus eines Tieres und zeichnen dabei die vorherrschenden Isotopen-Verhältnisse des Meerwassers auf. Dadurch kann man auf Meerestemperaturen und Nahrungsangebot schließen.

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