23.01.2020 09:10 |

Teilbedingte Haft

Schwere Nötigung mit Nacktbildern von der Ex

Ein 26-Jähriger, der laut Anklage die Familie seiner heimlichen Freundin mit Nacktfotos sowie Sex-Videos erpresst und 120.000 Euro gefordert haben soll, ist am Mittwoch bei einem Prozess am Landesgericht Salzburg wegen schwerer Nötigung und weiteren Delikten zu 24 Monaten teilbedingter Haft verurteilt worden. Acht Monate davon wurden unbedingt ausgesprochen.

Insgesamt waren dem Afghanen 13 Fakten vorgeworfen, wobei er von sechs Fakten freigesprochen - eine Erpressung hat das Gericht nicht angenommen - und hinsichtlich sieben Fakten schuldig gesprochen wurde. Der Angeklagte und die Staatsanwaltschaft zeigten sich mit dem Urteil einverstanden. Da aber der Privatbeteiligten-Vertreter keine Erklärung abgegeben hat, ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Der Hauptvorwurf betraf die Causa mit den Fotos und Videos. Im Hintergrund soll die unglückliche Beziehung des Mannes zu der jungen Frau gestanden sein, die aus einer Familie mit türkischem Migrationshintergrund stammt. Der Vater der Freundin sei mit dieser Beziehung nicht einverstanden gewesen, das Paar habe sich heimlich getroffen, schilderte die Staatsanwältin am ersten Verhandlungstag im Oktober 2019.

Laut Anklage soll der Beschuldigte 28 Nacktfotos im März 2019 an Familienmitglieder der Frau und auch an einen Geschäftspartner des Vaters geschickt und erklärt haben, er werde die Fotos der ganzen Welt zeigen, wenn er sich nicht mit der Frau treffen könne und wenn er nicht das Geld erhalte, das sie ihm schulde. Der Verteidiger erklärte, dass Motiv des Angeklagten sei nicht das Geld, sondern die Freundin gewesen. Er habe mit ihr eine gemeinsame Zukunft aufbauen wollen und die Frau auch nicht zu sexuellen Handlungen gezwungen, betonte der Anwalt.

Der Beschuldigte schilderte, er habe seine Freundin 2018 in einer Moschee in Wien geheiratet. Ihr Vater habe ihn allerdings mit dem Umbringen bedroht. Die Idee mit den Nacktfotos und den Drohungen stamme von seiner Freundin, meinte der Angeklagte.

Geständig hatte sich der Mann zu einem Vorfall im Jänner 2019 in einem Wifi-Gebäude in Oberösterreich gezeigt. Er randalierte, beschädigte eine Lampe und drohte gegenüber einer Mitarbeiterin, er werde einen Benzinkanister holen und „alles niederbrennen“. Seine Rechtfertigung: Er habe sich geärgert, weil er sich entgegen den Unterlagen nicht zu einem Wifi-Kurs angemeldet habe. „Ich wollte wissen, wer die Kopie von meiner Unterschrift gemacht hat, dass ich das bezahle.“

Den Vorwurf, er habe sich 2018 an der Manipulation einer Führerschein-Prüfung eines Landsmannes in St. Pölten beteiligt, bestritt der Angeklagte ebenso wie den Vorwurf, er habe im Jänner 2019 rund 1500 Euro von einem Bekannten unter der Drohung gefordert, er werde ihm ansonsten den „Kopf abschneiden“.

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