22.01.2020 10:26 |

Drastische Worte

Klimaexperte: „Müssen wie im Kriegszustand denken“

Der UN-Ozeanbeauftragte Peter Thomson hat die Gefahr für die Weltmeere durch den Klimawandel in drastischen Worten mit der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg verglichen. „Jetzt befinden wir uns in einer Art Appeasement-Phase“, sagte er am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Unter „Appeasement“ (Beschwichtigung) versteht man die nachgiebige Haltung gegenüber Nazi-Diktator Adolf Hitler, mit der die Westmächte - vergeblich - einen Krieg vermeiden wollten.

„Politiker versuchen, hier und da Deals zu schließen. Aber wir müssen damit anfangen, wie in einem Kriegszustand zu denken“, so der Fidschianer am Mittwoch. „In einem Land wie Fidschi denken wir so, denn wir werden von Tropenstürmen angegriffen. Was passiert, wenn große Städte überflutet werden, wenn die Meeresspiegel steigen? Man muss sich das so vorstellen, dass man angegriffen wird.“

Thomson meinte, zwar sei weltweit das Bewusstsein vorhanden, dass die Gefährdung der Ozeane eine Gefahr für alle bedeute - „aber dann gibt es die Verweigerer und diejenigen, die wollen, dass alles so bleibt, wie es ist. Auch vor dem Zweiten Weltkrieg gab es Leute, die wollten, dass alles so bleibt, wie es ist.“

Laut Thomson habe der „Kriegszustand“ allerdings auch sein Gutes: „In Stresszeiten, und Krieg ist der größte Stress, spielen wir unsere größten Stärken aus: Innovationen - und wir lernen auch, besser zu teilen. Wir halten zusammen in Stresszeiten. Deshalb denke ich, dass dies wieder ein großer Moment ist, den wir durch Innovationen bewältigen können.“

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