19.01.2020 08:05 |

„Betrifft Salzburg“

Billiges Kalb, teures Schnitzel

Ein Kalb kostet nur noch 8,49 Euro. Diese Nachricht hat uns vor einigen Tagen aus Deutschland erreicht. 

Noch sind die Preise bei uns höher. Aber so weit entfernt von Salzburg sind viele der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe nicht, um diese Entwicklung einfach ignorieren zu können. Kollegin Sabine Salzmann hat dazu in Erfahrung gebracht, dass sich auch hierzulande die Sorge vor einem Preisverfall breitzumachen beginnt. Wenn ein Kalbsschnitzel in einem gutbürgerlichen Gasthaus bald mehr kostet als das lebende Tier im Ganzen, ist das - man muss es so ausdrücken - pervers.

An Begründungen für diese deprimierende Tendenz herrscht kein Mangel. Von der Hochbürokratie in Brüssel bis ganz hinunter in die kleinsten Regionen Österreichs gibt es jede Menge Experten und Funktionäre, die wortreich und fundiert Auskunft über die Ursachen geben können

Eine Erklärung lautet, dass „in der industriellen Milchproduktion nicht benötigte Kälber zu wertlosen Nebenprodukten verkommen“ (wörtliches Zitat eines deutschen Grünen-Politikers und Bio-Bauern).Ein anderer Grund sind die Mastbetriebe im Ausland, etwa in Spanien, die junge Tiere bis zu 19 Stunden lang quer durch Europa transportieren, um sie dann zu Diskontpreisen auf den Märkten zu verschleudern. Nun geht die Politik wieder mit neuen oder alten Ideen für Agrar-Subventionen auf Stimmenfang. Besser wäre es aber, europaweit gültige Normen gegen diese an Irrsinn grenzende Preisspirale durchzusetzen.

Claus Pandi
Claus Pandi
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