17.01.2020 06:27 |

Wengen vor Kitz

Kriechmayr: „Innere Genugtuung schöner als Geld“

Vincent Kriechmayr startet am Samstag auf dem Lauberhorn als Titelverteidiger in die legendäre Abfahrt. Der Oberösterreicher verrät, warum Kitz das Größte, aber Wengen sein Lieblingsrennen ist.

„Krone“: Vinc, dein bisheriger Saisonverlauf ...
Vincent Kriechmayr: ... war nicht zufriedenstellend! Ja, ich hab einen Sieg, stand dreimal auf dem Podest, das ist Jammern auf hohem Niveau. Aber: Ich weiß nicht, wie oft ich vor der Saison gesagt hab, dass wir Österreicher endlich eine Speed-Kristallkugel holen wollen. Und wenn du dann vier von sieben bisherigen Speed-Rennen nicht auf höchstem Niveau ablieferst, dann hast du gegen die beiden großen Herren Paris und Feuz keinen Auftrag. Ich brauche mehr Konstanz, skifahrerisch und von den Ergebnissen her.

„Krone“: Wie präsent ist dein Vorjahressieg in Wengen noch?
Kriechmayr: Das war definitiv mein bisher größter Erfolg. Der Hubschrauberflug, den man als Sieger genießen darf, ganz knapp vorbei an Eiger, Mönch und Jungfrau, die Siegerehrung am Abend, die Bundeshymne - das alles waren unvergessliche Erlebnisse. Und bitte, liebe Österreicher, versteht das nicht falsch, Wengen ist grundsätzlich mein absolutes Lieblingsrennen.

„Krone“: Wirklich, nicht Kitzbühel?
Kriechmayr: Vom Stellenwert des Sieges ist Kitzbühel unerreicht, das Größte für einen Österreicher. Mir geht‘s ja genauso: Ich kenne sicher nicht alle Weltmeister, aber alle Streif-Sieger schon! Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich es gern eher ruhig hab. Und da ist Wengen genau mein Ding. Der Zug, der dich nach oben bringt. Eine Strecke, die heute niemals wieder genehmigt werden würde! Das Panorama, alles ist sehr speziell.

„Krone“: Hast du von diesen Abfahrten schon als Bub geträumt?
Kriechmayr: Wengen und Kitz. Das waren die Rennen, bei denen uns der Schuldirektor auf die Seite genommen, den Fernseher aufgedreht und gesagt hat: ‘Burschen, jetzt schau ma Rennen!‘

„Krone“: In Kitz erhält der Sieger 100.000 Euro. Ist das, gemessen am Risiko, eine passende „Entschädigung“?
Kriechmayr: Wenn ich Kitz gewinnen würde, dann wären diese 100.000 Euro das Letzte, an das ich im Ziel denken würde. Ganz ehrlich: Würde es um null Euro gehen, würde ich genau dasselbe riskieren. Diese innere Genugtuung, wenn du dann im Bett liegst, ist viel schöner als jedes Geld der Welt, das man mir bieten könnte.

Alex Hofstetter, Kronen Zeitung

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