16.01.2020 12:00 |

3515 Verletzte

Mehr als 100 Tote in den Tiroler Bergen

Weniger Tote aber mehr Verletzte: So sieht die Alpinunfallstatistik des Kuratoriums für Alpine Sicherheit und der Alpinpolizei für das Jahr 2019 in Tirol aus. Insgesamt starben 102 Menschen in den Bergen.

„Jeder Todesfall ist einer zu viel und zeigt, wie wichtig die Präventionsarbeit im Bergsport ist“, sagt Karl Gabl, Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit.

Die 102 Toten sind um fünf weniger, als es der zehnjährige Durchschnitt aufweist, und einer weniger als im Kalenderjahr 2018. Insgesamt 3515 Verletzte bedeuten hingegen mehr als im langjährigen Mittel (3408) und überdies mehr als 2018, als sich 3380 Menschen in Tirols Bergen verletzten.

Bei der Entwicklung der tödlichen Unfälle fällt Tirol aus dem Trend von ganz Österreich. Denn betrachtet man das gesamte Bundesgebiet, so stieg die Zahl der Bergtoten, verglichen mit 2018, um 33 auf 304. Im Zehn-Jahres-Schnitt gab es ebenfalls eine Zunahme um neun Tote.

Meisten Tote in Tirol
Unser Bundesland hält freilich weiterhin die zweifelhafte „Spitzenposition“ bei den absoluten Zahlen. In Tirol gab es im Vorjahr doppelt so viele Alpintote zu beklagen wie in Salzburg, das den zweiten Rang einnimmt.

Die Bergsportdisziplin mit den meisten Unfalltoten war auch im Jahr 2019 wieder Wandern/Bergsteigen. In Tirol starben dabei 41 Personen. Bei Skiunfällen auf der Piste bzw. auf Skirouten kamen 12 Menschen ums Leben. Herz-/Kreislaufversagen und Sturz, Stolpern bzw. Ausgleiten stellen die Hauptgründe für den Tod in den Bergen dar.

Betrachtet man die Verteilung der Unfalltoten nach deren Herkunft, so handelt es sich überwiegend um Österreicher, gefolgt von deutschen Staatsbürgern. Die meisten Bergtoten sind übrigens männlich.

Entwicklung bedenklich
Eine Entwicklung bereitet den Verantwortlichen besondere Sorgen. „Der Anteil von Einsätzen, bei denen unverletzte Personen aus misslicher Lage gerettet werden müssen, hat in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen“, so Kuratoriumspräsident Karl Gabl. Solche Einsätze machten im Jahr 2019 bereits etwa ein Drittel aller Notrufe aus.

Die Statistik beinhaltet auch Forstunfälle. Dabei starben in Tirol fünf Personen – dies entspricht dem langjährigen Durchschnitt.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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