08.01.2020 13:40 |

Auch Hafenecker geht

Vilimsky tritt als blauer Generalsekretär ab

Seit 14 Jahren ist Harald Vilimsky, einst enger Vertrauter von Heinz-Christian Strache, Generalsekretär und damit der „Mann fürs Grobe“ der FPÖ. Jetzt hat er genug. In der „Krone“ spricht er über die Hintergründe und wie es nun weitergeht. Außerdem wird Christian Hafenecker, der zweite blaue General, seinen Posten räumen.

Wohin soll die Reise der FPÖ inhaltlicher und organisatorischer Natur gehen? Eine Antwort auf diese Frage will die FPÖ bei ihrer am heutigen Mittwoch gestarteten zweitägigen Parteiklausur in Leoben finden. Nun wird sich die Partei zusätzlich mit Personalfragen auseinandersetzen müssen.

„Von Bild der Vergangenheit lösen“
Harald Vilimsky kündigt in der „Krone“ an, nach 14 Jahren seine Funktion als Generalsekretär zurücklegen zu wollen. Schon unmittelbar nach der EU-Wahl 2019 - damals zog Vilimsky als Spitzenkandidat in die Wahl - habe er Parteichef Norbert Hofer darum gebeten, ihn „bei nächstbester Gelegenheit von dieser Aufgabe zu entbinden“, sagt Vilimsky. Nun, wo sich die Partei ohnehin neu aufstellen will, sei die Zeit reif: „Ich sehe die Notwendigkeit, möglichst neue Gesichter zu präsentieren. Auch, um sich vom Bild der Vergangenheit zu lösen.“

Seine Funktion als FPÖ-Delegationsleiter im EU-Parlament wird er behalten. Außerdem wird er bei der Wien-Wahl in diesem Jahr als Wahlkampfleiter der blauen Landesgruppe tätig sein. „Europa-Ebene, Bundes-Ebene und Wien-Ebene - man kann nicht auf drei Ebenen mit Vollgas unterwegs sein“, erklärt er die Hintergründe für seine Entscheidung. Parteichef Hofer habe dafür Verständnis: „Er ist auch schon sehr lange am politischen Parkett und weiß, welche Dauerbelastung das ist.“

Keine unwesentliche Rolle für seine Entscheidung gespielt haben dürfte wohl auch, dass seit der Ibiza-Affäre in der FPÖ - freundlich ausgedrückt - der Wurm drin ist. Die Partei ist in zahlreiche Skandale verwickelt, die noch nicht aufgearbeitet sind. Auch Vilimsky räumt ein: „Jetzt sind wir wieder in Opposition mit nicht einfacher Gesamtsituation und das erfordert weitaus mehr zeitliche Hinwendung, als es vorher der Fall war, als alles gut gelaufen ist.“

Auch Hafenecker bestätigt Abgang
Seinen Abgang bestätigt hat inzwischen auch Christian Hafenecker, der zweite Generalsekretär der Freiheitlichen - er geht ebenfalls auf eigenen Wunsch hin, wie er am Mittwoch selbst betonte. „Nach diesen turbulenten Zeiten ist es nun geglückt, die FPÖ zu stabilisieren und in ein ruhigeres Fahrwasser zu bringen“, teilte er auf Facebook mit. Nun gehe es darum, die Freiheitliche Partei für die Zukunft auszurichten, „auch personell. Dazu möchte nun auch ich meinen Beitrag leisten und stelle mein Amt als Generalsekretär daher auch mit sofortiger Wirkung zur Verfügung“, erklärt er seinen Rückzug. 

Wer den undankbaren Job des blauen Generals künftig machen soll? Nach „Krone“-Informationen der niederösterreichische Landesparteisekretär Michael Schnedlitz.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung/krone.at

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