07.01.2020 18:23 |

Österreicher angeklagt

Auf Beamte zugerast: Für Gericht keine Mordabsicht

Alles anders im Prozess um einen versuchten Doppelmord an zwei Polizisten im deutschen Bayern? Der angeklagte Österreicher - er war bei einer Kontrolle im Vorjahr mit dem Wagen auf die Beamten zugerast - könnte zumindest glimpflicher davonkommen als ursprünglich angenommen. Das Gericht sieht nach einem Lokalaugenschein vor Ort keine Tötungsabsicht gegeben. Der Österreicher könnte daher mit einer niedrigeren Strafe davonkommen.

Der 51-Jährige war im Mai 2019 in Straubing in eine Polizeikontrolle geraten, besitzt allerdings keinen Führerschein. Um sich der Kontrolle zu entziehen, stieg der mutmaßliche Täter aufs Gas und fuhr laut Anklage auf die zwei auf der Straße stehenden Polizisten zu. Die Beamten konnten sich lediglich durch einen Sprung zur Seite retten.

Die Staatsanwaltschaft klagte den Österreicher daraufhin wegen zweifachen versuchten Mordes an. So habe es der Lenker billigend in Kauf genommen, dass die beiden Polizisten hätten sterben können, hieß es.

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
Am Dienstag kam dann allerdings das Landgericht Regensburg nach einer Ortsbesichtigung zu einem überraschenden Schluss und gab den Hinweis, dass es keine Tötungsabsicht erkennen könne, sondern lediglich Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit einem gefährlichen Werkzeug.

Polizisten als Nebenkläger
Zuvor hatte ein Gutachter ausgesagt, dass der Fahrer die Polizisten aus 40 bis 50 Metern Entfernung habe erkennen können. Am Freitag soll ein Rechtsmediziner noch Auskunft über möglichen Einfluss von Alkohol und Drogen geben. Danach sind die Plädoyers geplant.

Wie die Prozessparteien auf den Hinweis des Gerichts reagieren, blieb am Dienstag offen. Die beiden Beamten treten als Nebenkläger auf.

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