29.12.2019 11:18 |

„Krone“-Reportage

Unterwegs mit drei Königen und einem Stern

Sie wandern derzeit durch die Steiermark, verteilen Weihrauch, singen Lieder, beschriften Haustüren und - am wichtigsten - sammeln Geld für Hilfsprojekte: die Sternsinger. Wir haben Sarah, Teresa, Lena und Paul in Feldbach begleitet.

Von wegen gemütlich ausschlafen in den Ferien! Um 7.30 Uhr waren sie gestern schon im Pfarramt, zogen sich die bunten Kostüme über die Winterjacken, rückten die Kronen zurecht und schnappten sich Weihrauch, Prospekte und die Kassa. Noch ein letztes Mal probten sie Sprüche und Lieder, die sie und 36 andere Gruppen in fünfeinhalbtausend Haushalten in Feldbach singen und aufsagen werden.

Sarah, Teresa, Lena und Paul sind vier von rund 13.000 Sternsingern in der Steiermark. Die meisten von ihnen sind übrigens Königinnen: zwei Drittel sind Mädchen. Ihre Mission lautet: Spenden sammeln. Über drei Millionen Euro sind vergangenes Jahr in der Diözese Graz-Seckau zusammengekommen.

Die Gelder, die im Rahmen der Dreikönigsaktion gesammelt werden, gehen an 500 Hilfsprojekte. Eines davon hilft Straßenkindern in einem Slum in Nairobi, Kenia. „Kinder helfen hier Kindern. Außerdem finde ich es gut, dass die unterstützten Projekte Hilfe zur Selbsthilfe bieten“, erklärt Pastoralassistentin Michaela Baumgartner, die die Jugendlichen begleitet. „Der Spaß ist aber genauso wichtig. Wenn sie in ein Haus kommen und strahlen, ist das schön.“

Singen, Weihrauch, Spenden sammeln
Sobald das Kostüm sitzt, geht es los. Ob die Kinder vor ihrem Auftritt nervös sind? „Bei den ersten Häusern schon ein bisschen, aber dann geht’s“, sagt die 13-jährige Sarah.

Im Gänsemarsch überquert die Truppe den Hauptplatz. Eine dankbare Gegend, wie Baumgartner erklärt. „Das wird hier sehr gut angenommen. Natürlich gibt es Leute, die die Tür nicht öffnen, aber das Positive überwiegt.“ Werden die Sternsinger eingelassen, ist es immer das gleiche Prozedere: „Freut euch, die drei Weisen sind da“, sagen sie im Chor auf. „In Kenia müssen Menschen in Armut leben, für diese bitten wir euch, was zu geben.“ Teresa teilt Weihrauch aus, Paul sammelt die Spenden ein. Und Begleiterin Baumgartner segnet das Haus für das kommende Jahr: „20-C+M+B+20“.

Dass sie sich nicht das Gesicht anmalen, hat ganz praktische Gründe: „In der Kälte juckt die Farbe im Gesicht“, erzählt Baumgartner. „Nach dem ersten Haus ist eh schon alles verschmiert“, weiß auch Sternträgerin Sarah. Am wichtigsten ist aber sowieso das Helfen und die gemeinsame Erfahrung.

Hannah Michaeler
Hannah Michaeler
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