20.12.2019 21:56 |

Anklage gegen Ex-Chefs

Schwarzgeld gab es im Steinlechner in Sackerln

Das bekannte Salzburger Wirtshaus Steinlecher steht nicht gerade unter dem Weihnachtsstern: Der jetzige Wirt sperrt dieser Tage zu. Und seine Vorgänger rund um einen Ex-Stadtgemeinderat werden bald vor den Richter treten. Vorwurf: Steuerhinterziehung! Fast eine Million Euro an Steuern sollen verkürzt worden sein. Laut Anklage floss das Schwarzgeld wie aus dem Zapfhahn. 

Der Erste Staatsanwalt Andreas Allex klagte die einstige Führung rund um einen schillernden Wirten mit Gemeinderat-Erfahrung an. Das Quartett – darunter drei Ex-Geschäftsführer – soll zwischen 2010 und 2017 in unterschiedlicher Beteiligung ordentlich frisiert haben: Umsatzsteuer, Körperschaftssteuer, Lohnsteuer aber auch Kapitalertragssteuer durch die üppigen Schwarzgeld-Zahlungen.

Anonyme Anzeige brachte Fall auf
Zusammengerechnet entging der Finanz rund 980.000 Euro an Steuereinnahmen. Erste Ermittlungen sind Ende Mai 2017 bekannt geworden: durch den Rücktritt des Wirten aus der Stadtpolitik - die „Krone“ berichtete. Einen anonyme Anzeige hatte die Sache ins Rollen gebracht. Im Herbst 2017 ging die Betreiber-Gesellschaft pleite. Ein anderer Wirt übernahm - bis jetzt.

Schwarzgeld-„Sackerl“ für Kellner
Der Anklage nach soll die damalige Führung nicht nur die Kellner mit „Sackerln“ extra bezahlt haben, die Chefs sollen sich auch selbst bedient und dazu die Buchhaltung manipuliert haben. Es soll dabei auch eigene Schwarzlohn-Listen gegeben haben. Den kommenden Prozess leitet Richter Thomas Meingast. Verteidiger sind unter anderem Franz Essl, Kurt Jelinek und Stefan Lirk.

Antonio Lovric
Antonio Lovric
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