16.12.2019 06:00 |

Staatsanwalt ermittelt

„Vergewaltigung“ im Krankenhaus verheimlicht?

Mit schweren Vorwürfen ist die 1. Psychiatrische Abteilung im Wiener Krankenhaus Hietzing konfrontiert. Ein geistig behinderter 19-Jähriger soll in seinem Zimmer von einer Mitpatientin „vergewaltigt“ worden sein, wie seine Mutter sagt. Laut der Mutter der mutmaßlichen „Täterin“ sollte der Fall vertuscht werden. Der Staatsanwalt und die Wiener Patientenanwältin ermitteln.

Manfred C. (Name geändert) ist von Geburt an geistig behindert, kann weder sprechen noch schreiben. Anfang 2019 begannen heftige Kopfschmerzen, die den 19-Jährigen aggressiv machen. Wegen Selbstgefährdung kam er mehrfach und über längere Zeit auf die Psychiatrie nach Hietzing.

Im September der Vorfall: Eine 21-jährige Mitpatientin geht in sein Zimmer und - wie seine Mutter sagt - „vergewaltigt“ ihn. Die junge Frau ruft danach ihrerseits ihre Mutter an und erzählt davon. „Ich habe meiner Tochter auf Anhieb geglaubt“, erklärt die Mutter der „Krone“. Und: Obwohl sie auf eine sofortige gynäkologische Untersuchung ihrer Tochter gedrängt habe, sei sie hingehalten worden. „Zwei Sachen sollten abgeklärt werden: Geschlechtskrankheiten und wie lange ihre Verhütungsspritze noch wirkt.“

Untersuchung erst neun Tage später
Die Patientin wurde zunächst aber nur verlegt. Die gynäkologische Untersuchung fand erst neun Tage später statt. Warum erst dann? Solange die Behörden prüfen, will sich der Krankenanstaltenverbund dazu nicht äußern.

Aus Protokollen geht hervor, dass das Personal der Patientin nicht geglaubt bzw. das Zeitfenster für Geschlechtsverkehr für zu kurz gehalten habe. Manfred C. befindet sich bis heute auf der Abteilung. „Seither geht es ihm noch schlechter“, so seine Mutter.

Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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