13.12.2019 17:30 |

Klimavolksbegehren

Schon fast 10.000 Steirer haben unterschrieben

Ein Team vom parteiunabhängigen Klimavolksbegehren wirbt zur Zeit in Graz für sein Anliegen. Seit August kann man seine Unterstützungserklärung abgeben, eine erste Bilanz fällt positiv aus: Schon fast 10.000 Steirer haben unterschrieben. Mit an Bord sind auch immer mehr kirchliche Organisationen und Prominenz.

Führerschein oder Personalausweis und fünf Minuten Zeit:Mehr braucht’s nicht, um ein wichtiges Zeichen gegen die Klimakrise zu setzen.

„Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2018 kann man in jedem Gemeindeamt seine Unterschrift leisten, nicht nur in jenem seines Hauptwohnsitzes“, sagt Wolfgang Schwartz vom Referat Wahlen im Bürgeramt der Stadt Graz. „Das ist vor allem für Bewohner ländlicher Regionen, wo man in der Regel nur schwer anonym agieren kann, von großem Vorteil“, ergänzt der Experte.

Steirer im bundesweiten Mittelfeld
Am Freitag hatten Schwartz und sein Team alle Hände voll zu tun - denn vor den Amtstoren in der Schmiedgasse machte da das Team des Klimavolksbegehrens mobil: „Knapp 10.000 Steirer haben bereits unterschrieben, damit liegt man im Österreichschnitt“, so der steirische Landeskoordinator Michael Fuchs.

Sämtliche Mitglieder sind parteiunabhängig und arbeiten ehrenamtlich, so auch am Freitag: „Wir sind eine bunt zusammengewürfelte Truppe aus Senioren und Studenten, Wissenschaftern und Arbeitern“, erzählt Sprecher Bernhard Thaler.

Reaktionen fallen unterschiedlich aus
Als Physik-Dissertant der Uni Graz ist er es gewohnt, komplexe Themen zu veranschaulichen, das kommt ihm bei seinem Engagement auf der Straße zugute: „Das Echo der Leute, die wir ansprechen, ist unterschiedlich - die einen reagieren abweisend, die anderen gehen sofort ins Amt, um zu unterschreiben“, erzählt Thaler.

Forderungen basieren auf Wissenschaft
Aber wofür steht denn nun das Klimavolksbegehren konkret? „Ziel unserer Initiative sind unter anderem die Verankerung des Klimaschutzes in der Verfassung, eine ökosoziale Steuer- und Abgabenreform sowie ein massiver Ausbau von erneuerbarer Energie und sauberem Verkehr“, betont Michael Fuchs.

Dass das Anliegen kein politisches sei, sondern allein auf den Erkenntnissen der Wissenschaft basiert, betonen die Verantwortlichen: „Alle Experten kommen zum selben Schluss: Es muss endlich gehandelt werden! Am meisten Sorge bereitet mir die Prognose, wonach es bereits 2050 in Europa zu einer Lebensmittelknappheit kommt“, sagt Fuchs.

Traum von einer Million Unterstützer
Immer mehr Prominente (in der Steiermark sind das etwa Chocolatier Josef Zotter oder Kabarettist Paul Pizzera) votieren für das Klimavolksbegehren, aber auch kirchliche Strömungen wie etwa die Katholische Jungschar bekennen klar Farbe: „Das freut uns natürlich. Mit 100.000 Unterschriften wären wir zufrieden, weil dann die Forderung in den Nationalrat kommt. Eine Million wäre aber noch besser!“, denkt Fuchs groß.

Barbara Winkler
Barbara Winkler
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