13.12.2019 08:46 |

Bürgerkrieg in Libyen

General kündigt „entscheidende Schlacht“ an

Acht Monate nach dem Beginn des Marsches auf Tripolis hat der abtrünnige libysche General Khalifa Haftar nun die „entscheidende Schlacht“ um die Hauptstadt angekündigt. „Die Stunde Null und der große Sturm, den alle freien und ehrlichen Libyer erwartet haben, ist gekommen“, sagte Haftar in einer von einem ihm nahe stehenden Fernsehsender übertragenen Rede. Die Armee der international anerkannten Regierung unter Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch betonte unterdessen, die Situation sei „unter Kontrolle“.

Die Einheitsregierung erklärte, ihre Truppen hielten ihre Stellungen im Süden der Hauptstadt. „Wir sind bereit, jeden weiteren wahnsinnigen Putschversuch von Haftar zurückzuschlagen“, sagte Innenminister Fathi Bashaga im Sender al-Ahrar. Ministerpräsident Sarradsch widersprach ebenfalls: „Glaubt nicht den Lügen der Träumer und auch nicht ihren Gerüchten.“

Russland streitet militärische Hilfe ab
Offenbar greifen Haftars Truppen zunehmend auch auf russische Hilfe zurück. Das US-Außenministerium hat Russland vor zwei Wochen vorgeworfen, die LNA mit „regulären“ Soldaten sowie mit der privaten russischen Söldnertruppe Wagner in „bedeutendem Maß“ am Boden zu unterstützen.

Auch der UN-Sonderbeauftragte Ghassan Salame zeigte sich besorgt: „Seit die Russen zu Haftars Truppen gestoßen sind, hat sich die Offensive auf Tripolis verstärkt“, erklärte der Libanese gegenüber der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“. Russlands Außenminister Sergej Lawrow wies die Vorwürfe am Donnerstag als „Gerüchte“ zurück.

Chaos und Machtkämpfe seit Sturz Gaddafis
In Libyen herrscht schon seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die international anerkannte Einheitsregierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Haftar und seine „Libysche Nationalarmee“ kontrollieren den Osten Libyens. Unterstützt werden sie von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Russland.

Libyen ist ein wichtiges Transitland für Migranten, die über das Mittelmeer in die EU gelangen wollen. Der Bürgerkrieg in dem Land und ein umfassender Waffenschmuggel wird auch für die Destabilisierung der südlichen Sahelzone verantwortlich gemacht, wo radikal-islamische Gruppen stärker werden.

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