12.12.2019 13:35 |

Verkehrsunfälle

Mehr Kinder starben als in zwei Vorjahren zusammen

Es ist eine traurige Zwischenbilanz - nur wenige Tage vor dem Jahreswechsel: Im heurigen Jahr sind auf Österreichs Straßen bereits mehr Kinder ums Leben gekommen als in den beiden vergangenen Jahren zusammen. Im Jahr 2017 starben insgesamt acht Mädchen und Buben im Straßenverkehr, im Vorjahr waren es drei. Im heurigen Jahr jedoch waren es bereits 16, das letzte Todesopfer war - wie berichtet - am Donnerstag in der Wildschönau im Tiroler Bezirk Kufstein zu beklagen.

Zwar gilt für Kinder im Straßenverkehr, dass sie stets und überall Vorrang haben, ihnen also auch bei nicht vorhandenem Schutzweg das gefahrlose Überqueren ermöglicht werden muss - die Realität jedoch sieht laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit anders aus: „Im Zuge einer unserer Erhebungen hat sich gezeigt, dass rund ein Drittel der Befragten sich nicht darüber im Klaren ist, dass Kindern das Queren von Straßen immer sicher und ungehindert ermöglicht werden muss. Sind Kinder in Begleitung Erwachsener unterwegs, wissen sogar nur elf Prozent der Befragten, dass auch in diesem Fall das Kind stets Vorrang hat“, so der Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit, Klaus Robatsch.

Mehrheitlich keine Schuld an Unfällen
An den Unfällen selbst waren die jüngsten Opfer im Straßenverkehrs, die zu Fuß unterwegs waren, zudem mehrheitlich unschuldig beteiligt. In 64 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle waren Kinder, die als Fußgänger zu Tode kamen, nicht die Hauptunfallverursacher - obwohl sie aus dem sogenannten Vertrauensgrundsatz ausgenommen sind, also teils unvorhersehbar agieren oder Gefahren noch nicht richtig einschätzen können.

Pro Tag zwei Kinder verletzt
Weitere Zahlen verdeutlichen, wie gefährlich sich der Weg für Kinder im Straßenverkehr gestaltet. So wird für mindestens 100.000 Kinder pro Tag vor dem Schutzweg nicht gestoppt, in 19.000 Fällen geraten sie sogar in eine Konfliktsituation, müssen etwa ausweichen oder zur Seite springen.
Pro Tag werden auf diese Weise zwei Kinder als Passanten verletzt, im Vorjahr waren es insgesamt 780 verletzte. Auf dem Zebrastreifen wird zudem alle 36 Stunden ein Kind verletzt. 2018 zählte man 242 Verletzte.

Um den Schutz der Kinder im Straßenverkehr zu erhöhen bedürfe es nicht nur einer kindgerechten Verkehrsplanung, sondern der Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. „Erwachsene sollten sich ihrer Vorbildrolle bewusst sein. Besonders Eltern und Pädagogen nehmen eine bedeutende Rolle ein, wenn es um das Einüben des richtigen Verhaltens im Straßenverkehr geht“, betonte Robatsch. Auch helle, gut sichtbare, reflektierende Kleidung kann zur Sicherheit beitragen und ist vor allem bei Dämmerung oder Dunkelheit essenziell. Fahrzeuglenker wiederum sollten auf eine aufmerksame und geschwindigkeitsreduzierte Fahrweise achten - nicht nur, aber ganz besonders im Umfeld von Schulen.

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