04.12.2019 07:00 |

„Krone“-Interview

Deine Freunde: Kinder mit Musik ernst nehmen

Florian Sump hatte schon rund ums Millennium eine erfolgreiche Karriere mit der Hit-Band Echt. Als die auseinanderbrach, arbeitete er als Wurstverkäufer, Reinigungskraft und in der Kindertagesstätte. Dort kam ihm die Idee, Musik für Kinder zu machen, die aber cool und nicht klindlich klingen soll und die Kids und deren Probleme auch textlich ernst nimmt. Mit Markus Pauli und Lukas Nimscheck rief er vor acht Jahren Deine Freunde auf den Plan, die nun ihr fünftes Album „Helikopter“ veröffentlichen und aus der deutschen (Kinder)Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken sind. Im Interview ließ uns Sump genauer hinter die Motivation, den Spaß und die Demut dieses Projekts blicken.

„Krone“: Florian, die Band Deine Freunde entstand eher zufällig und es war nie geplant, dass ihr im deutschsprachigen Raum so groß werden würdet. War es irgendwann absehbar, dass das Konzept „Band für Kinder, aber mit coolen Beats und guten Texten“ so gut funktionieren würde?
Florian Sump:
Absehbar war das nicht. Ich muss aber ehrlich sagen, schon bei den ersten Songs haben wir gemerkt, dass wir die Kinder damit erreichen würden. Ohne arrogant zu sein, aber das Gespür dafür war da. Ich habe die ersten Demos in meiner Kindertagesstätte, wo ich zehn Jahre lang gearbeitet habe, ausprobiert und die haben sich über neue Musik mit Inhalten, die deren Lebenswirklichkeit abbildet, sehr gefreut. Sie fühlten sich direkt angesprochen und das Feedback war auch in einer kleinen Gruppe von zwölf Kids sehr gut. Was die Begeisterung angeht, macht es auch keinen Unterschied, ob es zwölf oder 5000 Kindern gefällt. Insbesondere bei den Konzerten sind die Reaktionen der Kids unser persönlicher Jungbrunnen. Da stumpfen wir nicht ab.

Du hast also schon in deinem Brotjob gemerkt, es gibt hier eine Lücke, die könnt ihr als Band auf diesem Markt sehr gut füllen?
Ich habe irgendwann angefangen, Musik in die Tagesstätten mitzubringen, die ich privat höre. Auch englische Musik, damit die Kinder nicht gleich alles verstehen. Wenn du sechs Jahre alt bist, muss die Musik nicht immer intellektuell, sondern emotional vermittelt werden. Wenn der Song einen guten Groove hat, löst das bei jedem Begeisterung aus. Wir wollten einen Schritt weitergehen und nicht nur Musik produzieren, die uns gefällt, sondern auch Texte dazu liefern, die Kinder auf Augenhöhe begegnen. Man soll nicht versuchen, die Kinder für dumm zu verkaufen oder sie für weniger abzuspeisen. Man muss sich genauso viel Mühe geben, wie wenn man Musik für Erwachsene macht.

Musik für Kinder ist meist nervig, substanzlos und oft belehrend. War es von Anfang an euer Anspruch, etwas zu kreieren, das wirklich ihren Lebensrealitäten in einem gewissen Alter entspricht?
Auf jeden Fall. Wir haben nicht vor, das, was an anderer Kindermusik da ist, schlechtzumachen. Wir wollten das Spektrum erweitern und etwas Neues hinzufügen. Wenn ich meine Kinder schlafenlege, dann darf es schon auch mal was richtig Kindliches sein, das ist total okay! Aber es gibt noch mehr und man sollte mehr dazu beifügen. Da haben wir die Mission als Band für uns erkannt. Es sollte nicht so sein, dass Erwachsene den Kindern die Welt erklären und sie zu Farbensongs im Kreis tanzen lassen. Die Kinder honorieren das sehr, wenn man ihnen auf Augenhöhe begegnet. Das ist einer der Aspekte, die den Job für uns als Band seit knapp acht Jahren immer schöner macht. Es ist natürlich toll, dass es auch größer wird, aber vor allem freuen wir uns darüber, dass wir mit Erinnerungen an unsere eigene Kindheit heute unser Leben bestreiten. Wir erheben uns weder über die Kinder, noch über die Eltern, sondern identifizieren uns mit ihnen. Wir reden alle über das gleiche, wenn wir mit dem Publikum Lieder singen. Ich bin auch Fan von wütender Musik, aber bei uns bin ich happy, wenn die Leute nach Hause gehen und ein bisschen beseelt sind. Viele Eltern erinnern sich an die eigene Kindheit und erleben aber auch mit ihren eigenen Kindern etwas - das ist eine verrückte Emotion, die auch für mich neu war.

Im Gegensatz zu anderen Bands seid ihr textlich natürlich ziemlich limitiert. Andererseits müsst ihr auch schnell mit der Zeit gehen, denn gerade bei Kids ändern sich die Trends im Rekordtempo.
Das stimmt, wobei den meisten Spaß haben wir daran Lieder über Momente zu schreiben, die heute in jeder Familie vorkommen, die es aber auch in unserer Kindheit schon gab. Der Zeitgeist und die Technik rasen an einem vorbei, aber es gibt auch Situationen und Dynamiken, die sich in 30 Jahren nie verändert haben. Es gibt bei Kindern ja auch viele peinliche und uncoole Themen, aber am Ende freuen sich trotzdem alle, dass es dieses eine Lied dazu gibt, weil sie sich dadurch nicht mehr so alleine fühlen. Wir haben auch einen Song namens „Dicke Luft“ über Streit zuhause, der so ausartet, dass du anfängst mit den Türen zu knallen, weil alles so furchtbar ist. Am Ende weißt du aber, dass es überall genauso zugeht. Auch bei den Verwandten oder den Nachbarn und man kann sich damit trösten, dass man mit diesen Emotionen am Ende nicht alleine dasteht.

Es ist am Ende trotzdem nicht so leicht, sich als Erwachsener authentisch in ein Kind zu versetzen. Muss man bei der Herangehensweise nicht sehr viel Respekt zeigen?
Mir fällt es total leicht, in diesem Themenkosmos zu wildern. Die Brücke für mich ist dahin so leicht gebaut. Zum einen habe ich sehr viele und klare Erinnerungen an die eigene Kindheit. Es kommt mir nicht ewig weit weg vor, obwohl es eine Weile her ist. (lacht) Zum anderen habe ich zehn Jahre lang für je ein Jahr mit unterschiedlichsten Kindern gearbeitet. Ich hatte jedes Jahr um die 50 Kinder im Alter zwischen sechs und zehn und konnte in der Zeit sehr gut abgleichen, wo ich noch Schritt halten kann und wo ich schon zu alt war. Fortnite zum Beispiel ist so ein Thema, das schrammte schon an mir vorbei. Andererseits konnte ich gut beobachten, welche Dinge die Kids beschäftigen und vieles davon war damals gleich wie heute - das hat mich selbst überrascht. Wir versuchen so auch an die Musik ranzugehen. Vielleicht gibt es auch mal einen Fortnite-Song von uns, aber ich glaube nicht. (lacht) Wir versuchen uns auf die zeitloseren Themen zu konzentrieren.

Ihr habt auch durchaus kritische Texte, etwa „Früher war alles besser“, wo ihr unter anderem darüber singt, dass es schon gut ist, dass man heute nicht mehr mit dem Rohrstock bestraft wird. Ist es euch wichtig, den Kindern da auch Bildung weiterzuvermitteln?
Wir nehmen uns vorher nicht vor, dass wir einen ernsten Song pro Platte machen, sondern lassen das zu, wenn es passiert. Wir würden keine Themen ansprechen, die gesellschaftlich betrachtet wichtig sein mögen, zu denen wir aber selbst keinen Zugang haben. Das würden dann auch die Kids merken. Die Grundidee hinter „Früher war alles besser“ war aber eine andere. Es ging darum, nicht dauernd zu meckern und alles schlecht zu sehen, sondern auch schon als Kind selbst einen Weg zu finden, um seine Wünsche und Ziele umzusetzen. Woran glaube ich? Wo will ich hin? Früher war es dahingehend eben nicht besser, aber vielleicht auch nicht schlechter. Dinge, die dich stören, musst du selbst lösen und wir hatten dafür einen schimpfenden Opa im Kopf, der sich die alten Zeiten zurückwünscht. Jene Typen, die ständig diesen nostalgischen Pessimistenfilm fahren und die den jungen Leuten sagen, der Karren wäre ohnehin schon an die Wand gefahren. Das stimmt aber nicht, denn Hoffnung gibt es immer.

Habt ihr von Anfang an gewusst, wo ihr textlich die Grenzen zieht? Gerade wenn man aus dem Hip-Hop und Rap kommt passiert es ja schnell, dass ein Text nicht mehr ganz kindgerecht ist.
Wir hatten ein bis zwei Momente in den letzten Jahren, wo wir keine Grenzen überschritten haben, aber der Humor vielleicht etwas zu weit gegangen wäre. Wir haben auf dem letzten Album einen Song über die Fontanelle gemacht, diese weiche Stelle am Kopf, die als Allerletztes zuwächst bei Babys. Wir wussten vorher auch nicht, ob wir über dieses Thema einen Song bringen können. Das ist natürlich totaler Quatsch, aber zwischendurch mögen wir das auch. Manchmal wird es ernster, manchmal total albern. Wir müssen die Dinge selbst komisch finden und wenn uns die Lieder nicht ansprechen, hätten wir auch keinen Spaß sie zu machen.

Ihr könnt mit diesem Projekt vor allem selbst Kinder bleiben, denn die musikalischen Grenzen sind weit gefasst. Mal klingt es nach Fettes Brot, mal nach Deichkind, mal nach DJ Bobo. Es klingt jedenfalls nach einer Menge Spaß.
Das ist so und diese Spielwiese ist toll, weil wir keinen Authentizitätszwang haben, für einen bestimmten Sound stehen zu müssen. Wenn wir heute Bock auf einen harten Beat mit fiesem Bass und Trap haben ist das genauso okay, wie wenn wir morgen aufwachen und vielleicht Lust auf etwas Schlager haben. Wir müssen uns vor den Kindern nicht erklären, denn von ihnen kommt keiner, der uns schubladisieren will. Solange es gut gemacht ist, ist ihnen das egal.

Der Song „Die Sirene“ geht ihn diese Trap-Richtung, wo ihr eingangs Babygeschrei mit Autotune vermischt. Auf diese Idee muss man erst einmal kommen.
(lacht) Wir wollten auf jeden Fall einen Trap-Beat nehmen, so wie wir ihn selber mögen. Da haben wir ein bisschen an RIN gedacht dabei.

Kriegt ihr eigentlich Feedback von den „echten“ Rappern, die ihr jetzt nicht nachmacht, aber deren Beats oder Ideen natürlich auch in eurem Sound Einzug halten?
Nein, aber wir kriegen manchmal Props von ihnen. Wenn wir an bestimmte Soundbilder gedacht haben, dann haben wir diese Künstler auch immer in den Credits erwähnt und uns bei den Bands bedankt, die uns inspiriert haben. Die meisten wissen von uns wahrscheinlich auch gar nicht. Junge Rapper sind viel mit Turnup beschäftigt und deren Kids im Publikum sind doch schon etwas älter als unsere. (lacht) Sido war in Köln bei einem Konzert von uns. Da werde ich selbst zu einem 15-jährigen Fanboy. Unlängst haben wir Yung Hurn am Flughafen in Wien gesehen und da war ich auch etwas Starstruck. In erster Linie bin ich ja selbst Fan und oft froh, sie eher nicht zu treffen. Das kann ja auch enttäuschend enden. (lacht)

Was ist denn nun grob umrissen die Zielgruppe von Deine Freunde?
Ich würde sagen sechs bis zwölf. Dahinter stehen die Eltern, die auch fixer Bestandteil des Publikums sind. Das hatten wir anfangs gar nicht vermutet. Ein paar Omas waren auch schon dabei. Es ist cool, wenn dir eine alte Dame sagt, sie wäre seit 30 Jahren auf keinem Konzert mehr gewesen.

Viele Kids kommen durch das Internet und Streamingportale schon sehr früh mit dem sogenannten „Tough-Guy-Rap“ in Berührung. Ist es auch eurer Anspruch, Kinder in einem gewissen Alter mit eurer Musik bewusst in einem geschützten Kokon zu lassen, der noch nicht mit derber Sprache verätzt ist?
Dahin entschwinden sie uns dann meistens. Wenn sie von uns weg sind, kommen sie direkt in diese harte Rap-Welt. Wir machen die Dinge aber eher intuitiv und überdenken da nichts. Wir wollen nicht bewusst einen harmloseren Abzug der Realität liefern. Wir haben von uns aus gar keinen Impuls, den Kindern etwas anderes zu erzählen oder die Musik anders zu machen. Wenn die Kids so Zwölf werden, dann wechseln sie eben in die harte Schiene über. Da geht der Schritt von uns direkt zu Mero oder Capital Bra. Ich muss mich dann immer ein bisschen daran erinnern, wie das bei mir in dem Alter war. Da entstand auch eine gewisse Begeisterung für Schimpfwörter. Ich kann verstehen, was den Reiz daran ausmacht, würde mich aber nicht wohlfühlen, als erwachsener Mensch solche Songs vor Kindern zu singen. Wenn du ein gewisses Ironiebewusstsein hast lässt sich diese Musik anders konsumieren als als Zwölfjähriger, wo dich solche Extremaussagen in eine fragwürdige Richtung lenken können. Da kann ich auch die Kritiker nachvollziehen, andererseits weiß ich auch, dass der Reiz der Jugend Rebellion und Abgrenzung ist. Etwas zu machen, worüber sich alle aufregen, weil man es so machen will. Trotzdem bin ich froh, dass wir noch vor der Pubertätsgrenze stattfinden.

Dass man in der Pubertät rebelliert ist nichts Neues. Vor allem geht es oft gar nicht, warum man es tut, sondern einfach, dass man es tut.
Und man muss auch sagen, dass die Welt komplett durcheinander ist. Wir stehen als Erwachsene da und denken, was mit der Jugend von heute los ist, wissen aber nicht mehr, wie sich das anfühlt, wenn die Hormone verrücktspielen und du wie in einer Schneekugel einmal komplett durchgeschüttelt und wieder abgesetzt wirst. Das verlernen und vergessen wir. Ich habe sehr viel Verständnis für diesen Entwicklungsprozess, diese Zeit ist nicht leicht.

Wir haben eingangs schon kurz die Trends angesprochen. Inwiefern müsst ihr da auch musikalisch adaptieren? Schließlich ist Musik von vor fünf Jahren für Kids in der Gegenwart unfassbar uncool.
Zum einen haben wir Songs wie „Die Sirene“, wo das Soundbild sehr modern ist. Da weiß man nicht, ob das in fünf Jahren überhaupt jemanden interessiert, oder ob es sich durchsetzt. Viel öfter habe ich das Gefühl, dass wir eben nicht kucken, was gerade angesagt ist oder was uns der Algorithmus empfiehlt. Wir haben bemerkt, dass es so besser angenommen wird und uns auch mehr Spaß macht, wenn wir nicht zerdenken, was gerade gut geht. Wir sind selbstbewusst genug um zu sagen, dass wir unseren eigenen Sound haben. Natürlich entspricht der gewissen Strukturen. Hip-Hop ist die Grundlage und von da aus darf es überall hingehen. Wir spüren aber überhaupt keinen Druck darauf zu achten, dass wir wo hinterherkommen.

Was sagt eigentlich der Titel „Helikopter“ aus? Geht es da auch um die berühmten Helikoptereltern, die für Kinder auch eine Belastung sein können?
Wir fanden es in erster Linie lustig, weil wir wussten, dass der Titel anders aufgenommen wird. Die Kinder haben einfach einen Helikopter vor Augen, aber Erwachsene bringen diverse Dinge damit in Verbindung. Wir wussten, ein einzelnes Wort erfordert zwei verschiedene Reaktionen. Der gleichnamige erste Song spricht darauf an und schützt diese Helikoptereltern ein bisschen. Sie gelten zwar immer als sehr uncool, aber andererseits machen sie sich einfach große Sorgen. Sie haben Ängste und deshalb kann man das nicht immer einfach so abtun. Wir als Band helikoptern über unserem Publikum herum und wollen die Kids auch oft nicht gehen lassen, wenn sie älter werden. Ein bisschen macht sich der Song über diese Sache lustig, aber wir verstehen auch, wenn jemand etwas liebt und es nicht loslassen möchte.

Es gibt neben euch auch nicht wirklich viele andere Bands, die eigentlich alle vier bis fünf Jahre ein völlig neues Publikum haben. Das ist ein ziemliches Unikum in dieser Szene.
Das ist witzig, denn da tut sich auch bei den YouTube-Kommentaren viel. Da gibt es Unterhaltungen, wo sich Fans von vor vier Jahren darüber unterhalten, wie es damals in der Kindheit war. In dem Alter geht ja alles rasend schnell und für die Kids liegt gefühlt ein ganzes Leben dazwischen. Da ist jedes Jahr ein eigener Meilenstein. Wir waren vor vier Jahren ja quasi gleich wie jetzt, das verändert sich dann nicht stark.

Erlauben Deine Freunde dir selbst, ewig Kind bleiben zu können oder ein Ventil für eine späte Kindheit zu haben?
Klar, das schon ein bisschen. Das gefällt uns auch gut und wenn man mit uns zu dritt unterwegs ist, dann kann es für andere schon anstrengend werden. Wir lassen uns selbst voll drauf ein, dass wir uns wie Kindsköpfe benehmen. Aber nicht auf blöde, gekünstelte Art, sondern wie du gerne kindlich bist, wo du es sein darfst. Das ist so, wie wenn du in der Freizeit mit Freunden unterwegs bist. Da redest du ja anders als im Job. Du kannst in der Freizeit einfach sein wie du bist und das sind Kinder immer. Dieses Gefühl haben wir auf Tour die ganze Zeit und das fühlt sich ziemlich gut an.

Gibt es vom Feedback der Kinder her Dinge, die ihr auf eure Musik oder gar auf eure Persönlichkeit bezogen für euch rausziehen könnt?
Der Austausch nach dem Konzerten geht eher in die Richtung, schnell ein Foto zu machen. Da entsteht jetzt kein Dialog, aber den haben wir in anderen Momenten. Sie sind zum Beispiel sehr streng, wenn wir ihren Lieblingssong nicht gespielt haben. Das kann später schon Ärger geben. (lacht) Es gibt auch süße Vorschläge, worüber man einen Song machen kann. Das ist dann meist so individuell wie „kannst du mal nicht einen Song über meinen Handballverein machen?“ (lacht) Es geht immer um etwas, das in ihrer persönlichen Blase stattfindet. Es ist aber weniger der Dialog, sondern das gemeinsame Erleben beim Konzert, was uns am meisten lernen lässt. Die Momente auf Augenhöhe zu haben, die sind schön. Es hat etwas total Verbindendes, auch wenn wir Altersunterschiede haben. Es ist cool, dass Musik das machen kann.

Am 21. Februar kommt ihr für ein Konzert nach Wien. Wie wird das aussehen und wie werdet ihr euer neues Album und eure alten Songs dort umsetzen?
Wir haben wirklich ganz klein angefangen, wo jeder von uns mehrere Aufgaben hatte und sind mittlerweile in großen Hallen unterwegs und haben ein tolles Team. Wir haben uns aber immer schon überlegt, wie wir was wo umsetzen können. Anfangs hatten wir so Pappsachen, aber mit jeder Tour kam mehr Geld rein und wir konnten mehr in das Bühnenbild investieren. Dadurch, dass das langsam wuchs, war das ein angenehmes Tempo, dass wir unsere Ideen erneuern konnten. Wenn das auch noch mit Kindsköpfen passiert, sind von zehn Ideen acht schlecht, aber die zwei guten sind wirklich gut. Wenn wir uns heute zusammensetzen und brainstormen, ist das wirklich schön. Allein schon die Möglichkeit zu haben, sich kreativ austauschen zu dürfen, ist toll und macht Spaß. Wir gehen nicht nur ins Studio und machen die Musik, wir hängen unsere Nasen überall rein, weil uns alles interessiert. Das ist unsere musikalische Spielwiese und wir haben Spaß, uns dort auszutoben. Wir haben auch keinen langen Businessrattenschwanz, sondern können alles frei umsetzen.

Das ist wohl auch der Grund, warum „Helikopter“ das erste Album ist, das auf eurem neuen, selbst gegründeten Label, erscheint?
Den Schritt haben wir nicht naiv gemacht, sondern über mehrere Jahr hinweg gut überlegt. Wir haben für vier Alben beim alten Label unterschrieben und uns schon nebenbei überlegt, wie wir dann weitergehen werden. Ganz wichtig in dem Geschäft ist ja, dass du nicht nur Kreative im Team hast, sondern auch zumindest einen, der sich mit Steuern und Buchhaltung auskennt. (lacht) Daran scheitert es bei vielen Bands am Ende oft.

Am 21. Februar spielen Deine Freunde im Wiener Gasometer. Die Karten dafür gibt es unter www.oeticket.com. Achtung: das Konzert beginnt kindgerecht um 17.30 Uhr. Das ist auch für die großen von Vorteil, die direkt im Anschluss in die Stadthalle zu Deichkind pilgern können.

Robert Fröwein
Robert Fröwein
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