In Oberösterreich:

AK rügt Zunahme von Sanktionen gegen Arbeitslose

Weniger Arbeitslose, mehr offene Stellen in Oberösterreich: Diese schon länger dauernde Dynamik wirft auch neue Tücken auf. Die AK rügt den Anstieg von Sanktionen gegen Job-Verweigerer. Der beruhe aber laut Arbeitsmarktservice nicht auf mehr Strenge, sondern ist eine Art Nebenwirkung des Stellen-Booms.

Wenn mehr Stellen an weniger Arbeitslose zu vermitteln sind, kommt es auch öfter vor, dass einem AMS-Klienten der angebotene Job nicht passt. So erklärt AMS-Leiter Gerhard Straßer auf „Krone“-Anfrage den Sanktionen-Anstieg, den AK-Präsident Johann Kalliauer so kritisch sieht.

13.900 Sanktionsfälle in OÖ
Denn in den ersten neun Monaten ist die Anzahl der Sanktionen um mehr als sechs Prozent auf 13.900 Fälle gestiegen. Kalliauer sieht dadurch den Versicherungsschutz der Arbeitnehmer als zunehmend untergraben an. Auch werde so Druck aufgebaut,prekäre, niedrig entlohnte oder gemessen an der Ausbildung des Betreffenden niedriger qualifizierte Jobs dann doch anzunehmen.

Wer was ändern will, muss Gesetze ändern
Dieser Druck sei da, bestätigt Straßer. Aber nicht justament vom AMS, sondernvom Gesetz her. Nach 100 Tagen Arbeitslosigkeit ist der Berufsschutz weg, nach 120 Tagen der Entgeltschutz: „Wenn Kalliauer das ändern will, sollte er also entsprechende Gesetzesinitiativen anstoßen“, sagt der AMS-Chef.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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