20.11.2019 12:30 |

Umweltanwalt

Zu viele neue Deponien: Konzept wird gefordert

Der Flächenverbrauch durch Deponien nimmt in Tirol von Jahr zu Jahr zu: In zehn Jahren sind 4,4 km2 dazugekommen, das sind umgerechnet 622 Fußballfelder! Die Umweltanwaltschaft fordert ein Deponie-Konzept. 

Aushubdeponien schießen wie Schwammerln aus dem Boden: Laut Umweltanwaltschaft erging in den vergangenen Jahren im Schnitt alle 1,5 Wochen eine Deponiebewilligung, in den letzten zwei Jahren sogar fast jede Woche eine.

„Jede Woche werden neue 0,8 Hektar für eine Deponie beansprucht“, sagt Landesumweltanwalt-Vize Walter Tschon. „2018 gab es einen besonders starken Anstieg der beanspruchten Fläche von 49 auf 79 Hektar pro Jahr.“ Für die Anrainer seien solche Deponien eine große Belastung, wie besonders die Beispiele Kufstein und Schwoich gezeigt hätten. „Teilweise fassen diese Anlagen mehr als 100.000 Kubikmeter, was natürlich dem in Gemeinden häufig vorgebrachten Argument der kurzen Wege widerspricht. Denn hierher wird auch Material über größere Entfernungen angeliefert.“

Die Landesumweltanwaltschaft fordert daher ein Deponie-Konzept bzw. die Gründung eines Beirats ähnlich wie beim Masterplan Rohstoffe. „Vor etwa 15 Jahren hatten wir hier dasselbe Problem, das durch den Beirat behoben werden konnte“, erklärt Tschon.

Weiters solle keine Inanspruchnahme sensibler, seltener oder wertvoller Lebensraum- und Landschaftstypen zugelassen werden, weil sie schlecht oder gar nicht rekultivierbar seien. Land- oder forstwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen seien da ökologisch weniger sensibel.

Der weisungsfreie Umweltanwalt hat übrigens Parteistellung. In den letzten Jahren hat er acht Beschwerden erhoben und sechsmal recht bekommen.

Philipp Neuner
Philipp Neuner
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