20.11.2019 08:00 |

Prozess in Innsbruck

Wegen Taschengeld: Sohn drohte Haus abzufackeln

Weil er in einer SMS seiner Mutter drohte, das Haus anzuzünden, die ganze Familie abzustechen und den Vater krankenhausreif zu prügeln, saß am Dienstag ein 18-Jähriger in Innsbruck vor Gericht. Grund für die „Explosion“ des Tirolers war das liebe Geld: 50 Euro Taschengeld blieben ihm verwehrt.

Immer wieder sollen seine Adoptiveltern den arbeitslosen 18-Jährigen versucht haben, für eine Lehre zu begeistern – vergeblich! Wegen Geldprobleme kam es nämlich immer wieder zum Streit. Bereits im November 2017 schrieb er seiner Mutter, er werde alle abstechen, wenn sie ihn nicht endlich in Ruhe lassen. Im Februar 2018 drohte er seinen Vater zu verprügeln, wenn er die abgemachten 50 Euro Taschengeld pro Woche nicht bekommt. Doch das Fass zum Überlaufen brachte schließlich eine Handy-Nachricht, in der er ankündigte, das Haus abzufackeln. „Meine Mutter stellte plötzlich eine Bedingung auf und wollte mir das Taschengeld nur geben, wenn ich zum Zahnarzt gehe“, erklärte der Angeklagte vor dem Schöffensenat um Richter Gerhard Melichar. Er „pfiff“ aber auf den Termin beim Doktor, die 50 Euro blieben ihm verwehrt.

Kombinierte Persönlichkeitsstörung
„Ich wollte meine Mutter nur ärgern, so wie sie mich geärgert hat. Ich wollte ihr nicht drohen“, rechtfertigte sich der Angeklagte, der nach der Anzeige zwei Monate in Untersuchungshaft gesteckt wurde. „Wenn man ihm Grenzen setzen will, explodiert er“, attestierte ein Gutachter dem 18-Jährigen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung – durchaus mit hohem Gefahrenpotenzial.

Bedingte Einweisung in Anstalt
Noch nicht rechtskräftiges Urteil: 1440 Euro Geldstrafe und Einweisung in eine Anstalt – beides auf fünf Jahre bedingt. Außerdem wurde dem jungen Tiroler unter anderem die Weisung erteilt, mindestens ein Jahr lang eine Psychotherapie zu machen. Auch ein Bewährungshelfer wird ihm zur Seite gestellt.

Samuel Thurner
Samuel Thurner
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