Prozess in Wels

Anwalt vor dem Richter: Drei Millionen veruntreut?

Der Schwurgerichtssaal im Landesgericht Wels dürfte dem Ex-Anwalt (55) nicht fremd sein - doch am Mittwoch musste er auf dem für Angeklagte reservierten Stuhl in der Mitte Platz nehmen.  Drei Millionen Euro seiner Mandanten soll der Jurist veruntreut und bei seiner Insolvenz betrügerisch gehandelt haben.

Der frühpensionierte Rechtsanwalt aus dem Bezirk Vöcklabruck scheint nach seiner Rolle im Prozess zu suchen. Einerseits belehrt er die Staatsanwältin - „Das ist für mich der Klassiker der Untreue, aber keine Veruntreuung“ - andererseits will er sich nicht vor Gericht verantworten, plädiert auf Verhandlungsunfähigkeit wegen Herz- und Niereninsuffizienz.

Probleme mit Gesundheit
Mit gesundheitlichen Problemen und einer Herztransplantation 2009 habe die Misere, so der Angeklagte, auch angefangen. Um sich zu schonen, habe er sich auf Vertragsrecht spezialisiert und mit Immobilienmakler zusammengearbeitet. Die Kanzlei lief gut, der Fehler bei den Buchungen der Klientengelder sei im Sekretariat passiert.Angestellte hätten Steuern und Gebühren auf falsche Konten verbucht. Als er dahinterkam, sei das Geld „schon im Betrieb verbraten gewesen“. Für Miete, für die Gehälter der Büroangestellten und für den Lebensunterhalt seiner Familie. Mit Hausrestaurierungen und -verkäufen wollte er das Geld wieder hereinbringen. Doch eine anonyme Anzeige machte seinem Treiben ein Ende. Das Urteil steht aus.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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